Adventsgeschichten
Ein besinnlicher Jahresabschnitt wie der Advent benötigt besinnliche Geschichten und Adventsgeschichten verzaubern jeden. Sie erinnern Dich an Deine eigene Kindheit, die besondere Stimmung in der Adventszeit und die Vorfreude auf die Weihnachtstage. Die Adventszeit war schon immer geprägt von Geschichten, Erinnerungen, Sagen und Märchen.
Wenn die Tage kürzer werden und draußen die Dämmerung schon sehr früh beginnt, gibt es nichts Schöneres, als bei Kerzenlicht und dem Duft frisch gebackener Weihnachtsplätzchen eine Adventsgeschichte zu lesen.
Um Dir die Suche nach einer passenden Geschichte zu erleichtern, haben wir für Dich eine Auswahl der schönsten Geschichten zusammengestellt. Stimmungsvolle Geschichten in der Adventszeit sind nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen überaus beliebt. Sie laden zum Träumen ein und verkürzen die lange Wartezeit bis zum Weihnachtsfest.
Unsere Adventsgeschichten sind für die verschiedensten Personengruppen geeignet - ob jüngere Menschen oder Senioren, ob Männer oder Frauen. All jene finden in unserer Zusammenstellung sicherlich eine passende Geschichte. Aufgrund ihrer Länge sind die meisten Geschichten aber eher zum Lesen und Vorlesen geeignet und weniger zum Nacherzählen. Solltest Du hierfür passende Werke suchen, empfehlen wir Dir einen Blick in unsere Rubrik kurze Weihnachtsgeschichten.
Lass Dich nun in eine besondere Welt entführen und genieße besinnliche Stunden mit unseren ausgewählten Adventsgeschichten beim Adventskaffee am Nachmittag, beim abendlichen Zusammentreffen mit der Familie oder einfach nach dem Öffnen vom Adventskalender am Morgen.
Inhaltsverzeichnis
- Adventsgeschichten
- Der Unterschied zwischen Advents- und Weihnachtsgeschichten
- Adventsgeschichten und der Adventskalender - eine perfekte Kombination
- Adventsgeschichten für verschiedene Altersgruppen
- Adventsrituale rund um das Geschichtenerzählen
- Die beliebtesten Themen in Adventsgeschichten
- Moderne Wege: Adventsgeschichten in der digitalen Welt

Adventsgeschichten
Die folgende Auswahl wartet nur darauf, Dich durch den Advent begleiten zu dürfen:
Die Geschichte vom griesgrämigen Manager
Autor: weihnachtsgeschichte.biz
Es war einmal ein Mann, der lebte alleine in einem großen Apartmentkomplex. Für ihn verlief jeder Tag genau nach demselben Schema: Morgens nachdem ihn sein Smartphone aus dem Schlaf gerissen hatte, prüfte er noch im Bett seine Mails. Dann zog er sich ein weißes Hemd an, das seine Haushälterin tags zuvor für ihn gebügelt hatte und schlüpfte in den Anzug. Mit dem Aufzug ging es direkt von seiner Wohnung in die Garage, wo sein teures Luxusauto parkte. Ein gelungener Morgen war für ihn, wenn er niemandem dabei begegnete. Jedes Wort an Smalltalk kostete ihm Überwindung. An seinem Arbeitsplatz in der Bank hatte er eine Managerposition inne. Für jeden Hauch von Weihnachtsstimmung seiner Mitarbeiter hatte er nur verächtliche Blicke …weiter lesen
Der allererste Weihnachtsbaum
Autor: Herman Löns
Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her.
Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.
Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch …weiter lesen
Eine Weihnachtsreise ins altpreußische Land
Autor: Bogumil Goltz
Da es in meiner Erinnerung Winter ist, so kommen mir Bilder von einer Winterreise, die ich vielleicht in meinem sechsten oder siebenten Jahre mit meinen Eltern zu den Großeltern mütterlicher Seite nach Altpreußen gemacht. Es waren wohlstehende, aber schlichte Bürgersleute, die ihre alten Tage mit einer unverheiratet gebliebene Tochter in einem Landstädtchen verlebten. Man muss so ein ostpreußisches Städtchen im Winter gesehen haben und an einem trüben Abende, nach weiter Reise durch eingeschneite Felder, Wälder und über gefrorene Seen; man muss da in eine Herberge hinein gefahren und über Nacht geblieben sein, um in der Seele zu begreifen, was es mit dem nordischen Kleinbürgerleben und mit der winterlichen Symbolik bereits in …weiter lesen
Eine Weihnachtsgeschichte
Autor: Dora Schlatter
"O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!" klang es von frischen Kinderstimmen und einer tiefen, klaren Frauenstimme durch die Räume des Thalbacher Pfarrhauses. Als der letzte Ton verhallt, war's ein paar Augenblicke still in dem gemütlich warmen Wohnzimmer. Aber nicht lange!
"Warten wir nie meine Leidenschaft sein, auch wenn ich Methusalems Alter erreichen sollte!" hub Karl, der dreizehnjährige Gymnasiast an, der gestern zu den Ferien heimgekommen war.
"Es ist aber doch so notwendig, dass man warten lernt", erwiderte Lenchen mit weiser Miene; "wer diese köstliche Kunst nicht verstände, sagte die Mutter neulich, der käme ihr vor, wie ein Mensch, der ein Buch lesen wolle, …weiter lesen
Eine Weihnachtsbescherung
Autor: Wilhelm Jensen
Der Eisenbahnzug lief über Heide- und Moorland Norddeutschlands. Ab und zu pfiff er mit einem melancholischen Ton in den grauen Dezembernachmittag hinein und hielt an einer kleinen Dorfstation; dann schob er langsam, mit seinem schwarzen Qualm den kahlen Winterboden fegend, weiter. Die Gegend dehnte sich endlos tellerflach zu beiden Seiten. Am Horizont dunkle Waldstriche, zuweilen rechts und links in der Weite enge ärmliche Strohdächer, sonst nichts. Es war eine trübselige, tote Landschaft.
Der Zug war ein "gemischter", eigentlich nur ein Güterzug mit zwei eingeschalteten Personenwagen. Er rechnete nicht auf viel Passagiere, täuschte sich darin auch selten und heut, am Weihnachtsabendtage besonders nicht. Da und dort …weiter lesen
Die Legende von dem Zaunkönig und der Zaunkönigin
Autor: Hedwig Dransfeld
"Großmutter, wirst du uns heute erzählen, wie Zaunkönig Weihnachten feiert?"
Die Kinder rückten näher heran, und ihre fröhlichen Augen glänzten erwartungsvoll. Aber Großmutter nickte nicht sofort Gewährung, sondern ließ zuerst ihren Strickstrumpf in den Schoß sinken und wehrte mit beiden Händen die Ungestümen von sich ab.
"An den Tisch, ihr Kinder. Aber fein ruhig und ordentlich! Paulchen, du willst wohl die Lampe umwerfen? - Und wie steht es mit den Schulsachen, Karl und Emma?"
Karl lachte. Ja, was dachte Großmutter denn nur? Hätten die Kinder wohl gewagt, den Oberstock zu betreten, welchen sie im elterlichen Hause bewohnte, wenn nicht alles klipp und klar gewesen wäre? Die Kinder liebten die …weiter lesen
Wie der alte Christian Weihnachten feierte
Autor: Paula Dehmel
"Kind," sagte am Vortage des Weihnachtsfestes meine gute Mutter zu mir, "Kind, geh, bring' dem alten Christian seine Kuchenstolle und dieses Packet. Sag', ich ließ' ihn schön grüßen, und er möchte das Fest und das neue Jahr gesund und ruhig verleben. Diesmal wär' zuviel Arbeit, ich könnt' nicht selber abkommen."
Ich blickte etwas erstaunt und beunruhigt von meinem Buche auf. Ich kannte den mürrischen alten Waldhüter recht gut; wie oft hatte ich mich als kleines Mädchen vor seinem großen rostigen Schnurrbart gefürchtet, wenn er uns beim Beerensuchen auf verbotenen Plätzen überraschte und uns mit seinem Brummbaß aufschreckte und davonjagte.
Jetzt freilich hatten wir ihn nicht mehr …weiter lesen
Die Geschichte vom Weihnachtsmarkt
Autor: Luise Büchner
Am Tage vor Weihnachten war das Wetter hell und klar und der Schnee festgefroren. Da sagte die Tante zu den Kindern: "Heute führe ich Euch auf den Weihnachtsmarkt, lasst Euch schnell die Mäntelchen anziehen und die Hütchen aufsetzen!"
Das brauchte sie nicht zweimal zu sagen, in einem Augenblick waren die Kinder fertig und nun ging es hinaus in den frischen, klaren Morgen. Man dachte aber gar nicht an die Kälte, denn in den Straßen war ein so geschäftiges Hin - und Herrennen, ein so hastiges Treiben, als ob der schönste Frühlingstag angebrochen wäre. Und fast ein Frühlingsanblick war es auch, als die Tante nun mit den Kindern in die Straße einbog, welche zum Markte führt. Sie hielt Georg und Mathildchen an beiden …weiter lesen
Weihnachtsmorgen
Autor: unbekannt
Es war soweit! Julika streckte ihre dick eingepackten Füße aus dem Bett und fröstelte! Hui, war das kalt heute! Sie kniete sich in ihr Bett und blickte verschlafen aus dem Fenster in den noch dunklen Morgen. Draußen glitzerte der Schnee im Glanz des Vollmonds und Julikas Herz begann vor Aufregung zu hüpfen. Weiße Weihnacht!
Ihr Atem bildete Eisblumen auf der kalten Scheibe des Fensters und Julika jauchzte vor Ent-zücken. Schnell rutschte sie aus dem Bett und zog ihre zwei dicksten Pullover über ihr Nachtgewand und schlüpfte in die gefütterte Hose, die Tante Rosi ihr letztes Weihnachten geschenkt hatte. Leider war sie seitdem ein ganzes Stück gewachsen, so daß zwischen ih-ren dicken Stiefeln und dem Saum der Hose ein kleines …weiter lesen
Das Mädchen und die Schildkröte
Autor: unbekannt
Es war der 24. Dezember, und es schneite. Gleichmütig und gleichmäßig fiel der Schnee. Er fiel auf die Fabrik für künstliche Blumen, und sein frisches Weiß gab dem häßlichen Backsteinbau etwas beinahe Heiteres. Er fiel auf die Villa des Fabrikanten, deren eckige Fassade er mit gefälligen Rundungen versah, und er fiel auf das Einfamilienhaus des Werkmeisters, aus dem er ein drolliges Zuckerhäuschen machte.
In den Hallen der Fabrik war um diese Zeit keine Menschenseele, Ein mißglücktes Veilchen aus Draht und Wachs sinnierte im Kehrichteimer vor sich hin, eine eiserne Tür zum Hof bewegte sich quietschend in den ausgeleierten Scharnieren.
In der Villa nebenan telefonierte die Gnädige zum viertenmal aufgeregt mit der Tierhandlung …weiter lesen
Das Geschenk der Weisen
Autor: O.Henry
Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Und sechzig Cent davon ja Pennies. Stück für Stück ersparte Pennies, wenn man hin und wieder den Kaufmann, Gemüsemann oder Fleischer beschwatzt hatte, bis einem die Wangen brannten im stillen Vorwurf der Knauserei, die solch ein herum feilschen mit sich brachte. Dreimal zählte Della nach. Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Und morgen war Weihnachten. Da blieb einem nichts anderes, als sich auf die schäbige kleine Chaise zu werfen und zu heulen. Das tat Della. Was zu der moralischen Betrachtung reizt, das Leben bestehe aus Schluchzen, Schniefen und Lächeln, vor allem aus Schniefen.
Während die Dame des Hauses allmählich von dem ersten Zustand in den zweiten übergeht, werfen …weiter lesen
Die kleine Trompete
Autor: unbekannt
Die kleine Trompete konnte von dem Balken aus, an dem sie hing, direkt auf den Marktplatz mit dem Holperpflaster und den lustigen Fachwerkhäusern schauen. Da unten war immer was los, und die Trompete konnte dem alten Schrank, der nicht so weit gucken konnte, immer erzählen, was es im Städtchen neues gab.
Der alte Schrank mit den Kleidern aus Urgroßmutters Zeiten und die kleine, glanzlose Messingtrompete lebten nun schon viele, viele Jahre hier oben auf dem Spitzboden im Hause des Stadtapothekers. Man hatte sie einfach vergessen, und nie fand einer den steilen Treppenweg hier hinauf. Es war gut, dass sie zu zweit waren.
Aber der kleinen Trompete ging es gar nicht gut. Der Herbststurm hatte das Bodenfenster, vor dem sie baumelte, …weiter lesen
Das Wintersonnenmärchen
Autor: Otto Ernst
Gestern in der Dämmerung vernahm ich hinter den winterlichen Nebelhüllen ein Licht und ein Klingen. Es war wie ein blinzelnder Stern, ein verirrter Klang...
Denn nun beginnt ja schon die große, heilige Dichtung, die die Leute "Weihnachten" nennen.
So schöne Dichtungen gibt es nur noch wenige. Eine heißt: "Entschwundene Kindheit"; eine andere: "Der nächste Frühling". Weiß jemand noch eine? Es ist ganz unbestimmt, wie lang die schöne Dichtung ist, die "Weihnachten" heißt. Es ist schon eine hübsche Zeit her, dass ich in erster Frühe aus dem Schlafe geweckt wurde durch ein eifriges und andauerndes Geplapper. Das Geplapper kam aus der Schlafstube der Kinder. Es war noch ganz dunkel. Ich …weiter lesen
Etwas müde stapfte der Weihnachtsmann
Autor: unbekannt
Etwas müde stapfte der Weihnachtsmann durch den tiefen Schnee. Sein Atem bildete kleine Wolken in der kalten, kristallklaren Luft, die in immer kürzeren Intervallen geradewegs aus den Tiefen seines schneeweißen Bartes zu kommen schienen. Er war ärgerlich. Er hatte nämlich nicht mehr so recht Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Nur Spielzeug und Süßigkeiten, das reichte wohl nicht mehr. Das ganze Jahr über hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgedacht, was er wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen Freude hätten. So stapfte er denn auch durch den verschneiten …weiter lesen
Weihnachten in der Fremde
Autor: Theodor Storm
Weihnachtsabend kam heran. Es war noch nachmittags, als Reinhard mit anderen Studenten im Ratskeller am alten Eichentisch zusammensass. Die Lampen an den Wänden waren angezündet, denn hier unten dämmerte es schon; aber die Gäste waren sparsam versammelt, die Kellner lehnten müßig an den Mauerpfeilern. In einem Winkel des Gewölbes sassen ein Geigenspieler und ein Zithermädchen mit feinen zigeunerhaften Zügen. Sie hatten ihre Instrumente auf dem Schoß liegen und schienen teilnahmslos vor sich hinzusehen.
Am Studententisch knallte ein Champagnerpfropfen.
"Trinke, mein böhmisch Liebchen!" rief ein junger Mann von junkerhaftem Äußerem, indem er sein volles Glas zu dem Mädchen hinüberreichte.
"Ich mag nicht", …weiter lesen
Die Abenteuer der kleinen Schneemaus
Autor: unbekannt
Es war ein kalter Wintermorgen an irgendeinem Dezembertag. Weihnachten stand kurz vor der Tür und alle Leute liefen sehr geschäftig durch die Straßen, um noch Geschenke für ihre Lieben zu besorgen und um dies und das noch zu erledigen. Ein paar Kinder tobten laut lachend und schreiend die Straße entlang. Eines von ihnen formte gerade einen sehr großen Schneeball und zielte damit auf das Hinterteil seines Freundes. Es war ein lustiger Anblick, den der Schneeball auf der Hose des kleinen Jungen hinterließ.
Die Geschäfte, alle herrlich geschmückt, mit Kugeln, Girlanden, Lametta und Engelshaar, die Straßen festlich aufgeputzt mit vielen bunten Lichtern, einige in Sternform, andere sahen aus wie Glocken und über dem breitesten …weiter lesen
Das große Herz
Autor: Laurids Bruun
Sie hält im dritten Stockwerk an und lauscht.
Weint er?
Nein.
Dann waren es die Zwillinge des Modewarenhändlers im zweiten Stock.
Leise schleicht sie die letzte schmale Treppe hinauf, die Hühnerstiege, wie Hansen sie nannte.
Sie atmet ein wenig schwer, denn sie hat so viel zu tragen. Das Bäumchen muß sie vor sich hinhalten wie einen Leuchter, damit die Zweige nicht am Geländer streifen und abknicken.
"Mein Gott! Ich werde doch den Schlüssel nicht vergessen haben? In der Manteltasche. Gott sei Dank!"
Dann schließt sie ihr eigenes Starenhäuschen der Treppe gerade gegenüber auf.
Der bleiche Dämmerschein von dem großen Mansardenfenster fällt auf das Gesicht des Kindes. Das Köpfchen verschwindet …weiter lesen
Kätchens Weihnachtstraum
Autor: Albert Ferdinand Timaeus
Das vierjährige Kätchen hatte zu Weihnachten eine Küche bekommen und ein Schäfchen, das "mäh" schreien konnte. Das allerschönste aber war Rosa, eine Puppe in rosenfarbendem Faltenkleide aus Tüll. Dazu passte der feine Kopf mit seinen schwarzen Locken, den hübschen roten Backen und großen blauen Augen ganz allerliebst. Letztere fielen, wenn man die Puppe hintenüberlegte, ganz von selbst zu. Kätchen hatte auch Geschwister. Da war Gerhard, der hatte natürlich Soldaten, Pferde und Kanonen bekommen und auch einen Nussknacker. Dann Liesel, die auch eine Puppe als Geschenk erhalten hatte.
Diese musste mindestens eine Gräfin sein, so herrlich prangte sie in schwarzem Samt mit silbernen Knöpfen. Sie war gleich Paula …weiter lesen
Ein Weihnachtsengel
Autor: Walter Benjamin
Mit den Tannenbäumen begann es. Eines Morgens, als wir zur Schule gingen, hafteten an den Straßenecken die grünen Siegel, die die Stadt wie ein großes Weihnachtspaket an hundert Ecken und Kanten zu sichern schienen. Dann barst sie eines schönen Tages dennoch, und Spielzeug, Nüsse, Stroh und Baumschmuck quollen aus ihrem Innern: der Weihnachtsmarkt. Mit ihnen aber quoll noch etwas anderes hervor: die Armut. Wie nämlich Aepfel und Nüsse mit ein wenig Schaumgold neben dem Marzipan sich auf dem Weihnachtsteller zeigen durften, so auch die armen Leute mit Lametta und bunten Kerzen in den besseren Vierteln. Die Reichen aber schickten ihre Kinder vor, um denen der Armen wollene Schäfchen abzukaufen oder Almosen auszuteilen, die sie selbst …weiter lesen
Der selbstsüchtige Riese
Autor: Oscar Wilde
Jeden Nachmittag, wenn sie aus der Schule kamen, pflegten die Kinder in des Riesen Garten zu gehen und dort zu spielen.
Es war ein großer, lieblicher Garten mit weichem, grünem Gras. Hier und da standen über dem Gras schöne Blumen wie Sterne, und es waren dort zwölf Pfirsichbäume, die im Frühling zarte, rosige und perlfarbene Blüten hatten und im Herbst reiche Früchte trugen. Die Vögel saßen auf den Zweigen und sangen so süß, daß die Kinder ihre Spiele unterbrachen, um ihnen zu lauschen. "Wie glücklich sind wir hier!" riefen sie einander zu.
Eines Tages kam der Riese zurück. Er hatte seinen Freund Oger in Cornwall besucht und war sieben Jahre bei ihm gewesen. Als die sieben Jahre vorbei waren, hatte er alles …weiter lesen
Ein Weihnachtsgast
Autor: Selma Lagerlöf
Einer von denjenigen, welche als Kavaliere auf Ekeby gelebt hatten, war der kleine Ruster, der Noten transponieren und Flöte spielen konnte. Er war aus niederem Stande und arm, ohne Heimat und ohne Angehörige. Es kamen schwere Zeiten für ihn, als die Kavalierschar sich zerstreute. Er hatte nun nicht länger Pferd und Wagen, weder Pelz noch Eßkorb. Er mußte zu Fuß von Hof zu Hof gehen und trug seine Habe in einem blaugewürfelten Baumwollenschnupftuche eingeknotet. Den Rock knüpfte er bis unter das Kinn zu, damit keiner sehen konnte, wie es mit Hemd und Weste bestellt war, und in seinen weiten Taschen verwahrte er seine kostbarsten Güter: die auseinandergeschrobene Flöte, die flache Taschenflasche und die Notenfeder.
Sein Beruf …weiter lesen
Der Unterschied zwischen Advents- und Weihnachtsgeschichten
Viele Menschen verwenden die Begriffe Adventsgeschichten und Weihnachtsgeschichten synonym, doch es gibt wesentliche Unterschiede, die diese beiden Arten von Erzählungen charakterisieren. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft Dir dabei, für jeden Moment in der Vorweihnachtszeit die passende Geschichte auszuwählen.
Zeitliche Verortung und Handlung:
Adventsgeschichten spielen typischerweise in den vier Wochen vor Weihnachten. Sie thematisieren die Vorbereitungen, das Warten und die stetig wachsende Erwartung. Die Handlung kann das Backen von Plätzchen begleiten, den Besuch auf dem Weihnachtsmarkt beschreiben oder die tägliche Freude am Adventskalender einfangen. Weihnachtsgeschichten hingegen konzentrieren sich meist auf die Festtage selbst - Heiligabend, die Weihnachtsfeiertage oder den Jahreswechsel.
Emotionale Ausrichtung:
Der Advent ist geprägt von Vorfreude, leichter Ungeduld und der Spannung des Wartens. Adventsgeschichten greifen diese besondere Stimmung auf und verlängern sie narrativ. Sie feiern das Noch-nicht-Erreichte und machen das Warten selbst zum wertvollen Erlebnis. Die emotionale Palette reicht von freudiger Erwartung bis hin zu nostalgischer Sehnsucht nach vergangenen Adventszeiten.
Symbolik und Motive:
Während Weihnachtsgeschichten oft mit Geschenken, dem Christbaum und dem Fest selbst arbeiten, nutzen Adventsgeschichten andere Symbole:
- Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen, die nach und nach entzündet werden
- Der Adventskalender mit seinen 24 Türchen als Countdown zum Fest
- Frühe Dunkelheit und das allmähliche Zunehmen des Lichts
- Vorbereitende Tätigkeiten wie Dekorieren, Basteln und Planen
- Wetterphänomene wie erster Schnee oder Frost, die die Jahreszeit markieren
Pädagogischer Wert:
Adventsgeschichten vermitteln Kindern und Erwachsenen gleichermaßen den Wert des geduldigen Wartens - eine Tugend, die in unserer auf sofortige Befriedigung ausgerichteten Welt zunehmend verlorengeht. Sie lehren, dass die Vorfreude oft genauso kostbar sein kann wie das Ereignis selbst.
Adventsgeschichten und der Adventskalender - eine perfekte Kombination
Eine besonders reizvolle Möglichkeit, die Adventszeit zu gestalten, ist die Verbindung von Adventskalender und Geschichten. Statt oder zusätzlich zu Schokolade oder kleinen Geschenken kann hinter jedem Türchen eine Geschichte auf Dich warten.
Der klassische Geschichten-Adventskalender:
Erstelle einen Adventskalender mit 24 kurzen Geschichten. Jede Geschichte sollte für sich stehen, aber gemeinsam können sie auch einen roten Faden bilden. Du kannst beispielsweise eine fortlaufende Erzählung in 24 Kapitel unterteilen oder 24 verschiedene Perspektiven auf dasselbe Dorf in der Adventszeit präsentieren. Jeden Abend wird eine neue Geschichte vorgelesen, sodass sich die Familie Tag für Tag auf dieses gemeinsame Ritual freut.
Praktische Umsetzung zu Hause:
Drucke oder schreibe 24 Geschichten aus und rolle sie zu kleinen Schriftrollen zusammen. Binde sie mit rotem oder goldenem Band und nummeriere sie von 1 bis 24. Diese Rollen kannst Du in verschiedenen Formen präsentieren:
- In kleinen nummerierten Stoffsäckchen an einer Schnur aufhängen
- In einer dekorierten Schachtel mit 24 Fächern aufbewahren
- An einem selbstgebastelten Adventsbaum aus Zweigen befestigen
- In nummerierten Briefumschlägen in einem schönen Korb sammeln
Thematische Variationen:
Ein Geschichten-Adventskalender kann thematisch gestaltet werden. Beispielsweise könntest Du Geschichten aus 24 verschiedenen Ländern sammeln und so eine interkulturelle Reise durch weltweite Adventstraditionen unternehmen. Oder Du wählst Geschichten aus verschiedenen Epochen - von mittelalterlichen Legenden bis zu modernen Erzählungen - und zeigst damit, wie sich die Adventszeit über Jahrhunderte entwickelt hat.
Der interaktive Ansatz:
Besonders für Familien mit Kindern eignet sich ein interaktiver Geschichten-Adventskalender. Nach jeder vorgelesenen Geschichte gibt es eine kleine Aufgabe oder Frage: Male ein Bild zur Geschichte, überlege Dir ein alternatives Ende, oder beantworte eine Rätselfrage zum Inhalt. Die Antworten oder Zeichnungen können gesammelt werden und ergeben am Ende ein persönliches Adventsbuch der Familie.
Digitale Alternativen:
Für Familien, die räumlich getrennt leben, kann ein digitaler Geschichten-Adventskalender eine Brücke schlagen. Großeltern können täglich eine Geschichte per Video vorlesen und verschicken, oder die Familie erstellt eine gemeinsame Online-Plattform, auf der jeden Tag eine neue Geschichte freigeschaltet wird.
Adventsgeschichten für verschiedene Altersgruppen
Die Adventszeit verbindet Generationen, doch jede Altersgruppe hat spezifische Bedürfnisse und Interessen, wenn es um Geschichten geht. Hier findest Du detaillierte Orientierungshilfen für die Auswahl passender Adventsgeschichten.
Für Kleinkinder (2-5 Jahre):
In diesem Alter sind kurze, bildhafte Geschichten ideal. Die Handlung sollte einfach und überschaubar sein, mit klaren Charakteren und einer positiven Botschaft. Wiederholungen und Reime helfen beim Verstehen und machen Spaß. Themen wie Tiere, die sich auf Weihnachten vorbereiten, oder Kinder, die beim Plätzchen backen helfen, sprechen diese Altersgruppe besonders an. Die Vorlesedauer sollte fünf bis zehn Minuten nicht überschreiten, da die Aufmerksamkeitsspanne noch begrenzt ist.
Für Grundschulkinder (6-10 Jahre):
Kinder im Grundschulalter lieben kleine Abenteuer und Geschichten mit überraschenden Wendungen. Sie können komplexeren Handlungssträngen folgen und beginnen, moralische Fragen zu verstehen. Geschichten über Freundschaft in der Adventszeit, spannende Entdeckungen auf dem Dachboden vor Weihnachten oder Zeitreisen in vergangene Adventszeiten fesseln ihre Fantasie. Die ideale Länge liegt bei 10 bis 20 Minuten Vorlesezeit. Interaktive Elemente, bei denen Kinder mitraten oder sich das Ende überlegen können, erhöhen die Begeisterung.
Für Jugendliche (11-17 Jahre):
Teenager mögen oft nicht zugeben, dass sie noch gerne Geschichten hören, aber die richtige Erzählung zur richtigen Zeit kann auch sie erreichen. Adventsgeschichten für diese Altersgruppe sollten authentisch sein und auch ernstere Themen nicht scheuen. Familienkonstellationen im Wandel, erste Liebe im Winter, philosophische Fragen über Traditionen oder humorvolle Betrachtungen jugendlicher Adventsrituale sprechen sie an. Der Ton sollte respektvoll und nie bevormundend sein.
Für Erwachsene (18-65 Jahre):
Erwachsene schätzen in Adventsgeschichten oft einen Hauch Nostalgie, gepaart mit literarischer Qualität. Sie mögen vielschichtige Charaktere, subtile Symbolik und Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Themen können die Vereinbarkeit von Tradition und Moderne sein, Familienbeziehungen mit all ihren Facetten, die Suche nach dem Sinn des Festes oder auch gesellschaftskritische Betrachtungen des vorweihnachtlichen Konsums. Auch humorvolle oder ironische Geschichten, die den Adventsrummel augenzwinkernd kommentieren, finden Anklang.
Für Senioren (65+ Jahre):
Ältere Menschen verbinden oft tiefe Erinnerungen mit der Adventszeit. Geschichten, die vergangene Zeiten lebendig werden lassen, historische Adventsbräuche aufgreifen oder generationenübergreifende Momente beschreiben, berühren besonders. Dabei sollte die Sprache klar und die Handlung gut nachvollziehbar sein. Längere Geschichten können über mehrere Tage verteilt vorgelesen werden. Besonders schön sind Erzählungen, die die Weisheit des Alters würdigen und zeigen, dass jede Lebensphase ihre eigene Schönheit in der Adventszeit findet.
Adventsrituale rund um das Geschichtenerzählen
Rituale geben der Adventszeit Struktur und schaffen wiederkehrende Momente der Freude. Geschichten können dabei eine zentrale Rolle spielen und selbst zum geschätzten Ritual werden.
Der Adventssonntag als Geschichtentag:
Gestalte jeden der vier Adventssonntage als besonderen Geschichtentag. Während am ersten Adventswochenende die längste und vielleicht anspruchsvollste Geschichte vorgelesen wird, können die Geschichten sich thematisch der nahenden Weihnacht annähern. Verbinde das Entzünden der Adventskerzen mit dem Beginn der Geschichtenstunde. Die wachsende Helligkeit der Kerzen symbolisiert dabei die näher rückende Weihnacht.
Die tägliche Abendrunde:
Etabliere eine feste Zeit am Abend, zu der sich die Familie zum Geschichtenhören versammelt. Dies kann direkt nach dem Abendessen sein oder kurz vor dem Schlafengehen. Die Regelmäßigkeit schafft Verlässlichkeit und gibt besonders Kindern Sicherheit. Die Adventsgeschichte wird zum Signal: Der Tag klingt aus, die Vorfreude auf Weihnachten wächst ein Stück mehr.
Geschichtenrollen verteilen:
Statt dass immer dieselbe Person vorliest, können verschiedene Familienmitglieder abwechselnd diese Aufgabe übernehmen. Kinder können einfachere oder kürzere Passagen lesen, während Erwachsene die komplexeren Teile übernehmen. Dies fördert nicht nur die Lesekompetenz, sondern gibt jedem das Gefühl, zum gemeinsamen Ritual beizutragen. Auch Gäste können eingeladen werden, ihre Lieblingsadventsgeschichte mitzubringen und vorzulesen.
Der Geschichtenspaziergang:
Nutze die frühe Dunkelheit der Adventszeit für einen besonderen Spaziergang. Packe eine Thermoskanne mit heißem Tee, eine Taschenlampe und ein Buch mit Adventsgeschichten ein. Sucht Euch eine Bank im Park oder einen geschützten Platz im Wald und lest dort im Schein der Taschenlampe eine kurze Geschichte. Die Kälte, die Dunkelheit und vielleicht sogar fallender Schnee machen die Geschichte zu einem multisensorischen Erlebnis.
Das Geschichtenbuch der Familie:
Beginne ein Buch, in das jedes Jahr die Adventsgeschichten eingetragen werden, die der Familie am besten gefallen haben. Ergänze kurze Notizen dazu: Wer war dabei? Was habt ihr an diesem Tag gemacht? Gab es besondere Reaktionen auf die Geschichte? Über die Jahre entsteht so ein kostbares Familienarchiv, das Generationen überdauern kann.
Geschichten und Handarbeiten verbinden:
Viele Menschen nutzen die Adventszeit für handwerkliche Tätigkeiten - Stricken, Häkeln, Basteln oder Reparieren. Diese Tätigkeiten lassen sich wunderbar mit dem Hören von Geschichten verbinden. Während die Hände beschäftigt sind, kann der Geist in Geschichtenwelten eintauchen. Dies funktioniert besonders gut mit längeren Erzählungen oder Hörbüchern.
Die beliebtesten Themen in Adventsgeschichten
Adventsgeschichten greifen verschiedenste Themen auf. Ein Verständnis der gängigsten Motive hilft Dir, gezielt nach Geschichten zu suchen, die Deinen aktuellen Stimmungen oder Bedürfnissen entsprechen.
Das Warten und die Vorfreude:
Das zentrale Thema vieler Adventsgeschichten ist das Warten selbst. Geschichten erzählen von Kindern, die die Tage bis Weihnachten zählen, von kreativen Strategien, um die Zeit schneller vergehen zu lassen, oder von der Erkenntnis, dass die Zeit des Wartens ihre ganz eigene Qualität besitzt. Diese Geschichten helfen dabei, Ungeduld in positive Erwartung umzuwandeln.
Heimkehr und Familienzusammenführung:
Der Advent ist traditionell die Zeit, in der Menschen nach Hause zurückkehren. Geschichten über Reisen in die Heimat, über Wiedersehen nach langer Trennung oder über die Bedeutung von Zuhause berühren gerade in der heutigen mobilen Gesellschaft viele Menschen. Sie können nostalgisch sein, aber auch die Herausforderungen und Spannungen thematisieren, die mit Familientreffen einhergehen.
Traditionen und ihre Weitergabe:
Viele Adventsgeschichten beschäftigen sich mit der Frage, wie Traditionen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Eine Großmutter, die ihrer Enkelin das Familienrezept für Zimtsterne anvertraut, ein Vater, der seinem Sohn zeigt, wie man einen Adventskranz bindet, oder Kinder, die alte Bräuche neu interpretieren - diese Geschichten verbinden Vergangenheit und Zukunft.
Licht in der Dunkelheit:
Die zunehmende Dunkelheit der Jahreszeit wird in vielen Adventsgeschichten thematisch aufgegriffen. Das Entzünden von Kerzen, das Schmücken mit Lichterketten oder das erste Aufleuchten des Sterns am Fenster werden zu symbolischen Handlungen. Diese Geschichten arbeiten mit dem Kontrast zwischen der äußeren Dunkelheit und dem inneren oder häuslichen Licht.
Soziales Engagement und Nächstenliebe:
Der Advent ist auch die Zeit des Teilens und der Hilfsbereitschaft. Geschichten über Menschen, die anderen in schwierigen Situationen beistehen, über spontane Akte der Freundlichkeit oder über organisierte Hilfsaktionen zeigen die soziale Dimension der Adventszeit. Sie können zum Nachdenken anregen und vielleicht sogar zu eigenem Engagement inspirieren.
Natur im Winter:
Die Verwandlung der Natur in der Vorweihnachtszeit bietet reichhaltiges Material für Geschichten. Tiere, die sich auf den Winter vorbereiten, der erste Schnee, zugefrorene Seen oder die kahlen Bäume, die auf den Frühling warten - diese naturnahen Themen verbinden den Advent mit den großen Zyklen der Natur.
Überraschungen und kleine Wunder:
Der Advent ist eine Zeit, in der das Außergewöhnliche möglich scheint. Geschichten über unerwartete Begegnungen, unerklärliche Fügungen oder kleine Wunder, die sich ereignen, sprechen die Sehnsucht nach dem Besonderen an. Diese Geschichten müssen nicht zwingend religiös sein, aber sie öffnen einen Raum für das Staunen.
Moderne Wege: Adventsgeschichten in der digitalen Welt
Die Digitalisierung hat auch vor der Adventszeit nicht haltgemacht. Während traditionelle Formen des Geschichtenerzählens ihren Charme behalten, eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten, Geschichten zu erleben und zu teilen.
Podcasts als Adventsbegleiter:
Adventsgeschichten als Podcast ermöglichen das Hören zu jeder Tageszeit und an jedem Ort. Beim morgendlichen Pendeln zur Arbeit, beim Spaziergang durch den verschneiten Park oder beim Kochen in der Küche - professionell eingesprochene Geschichten können den Tag bereichern. Einige Podcasts veröffentlichen täglich eine neue Kurzgeschichte im Advent, andere bieten längere, fortlaufende Erzählungen an.
Video-Geschichten für die Sinne:
Auf Plattformen wie YouTube finden sich zahlreiche visualisierte Adventsgeschichten. Während der Text vorgelesen wird, laufen stimmungsvolle Bilder oder Animationen ab. Besonders für Kinder kann diese Kombination aus Hören und Sehen fesselnd sein. Achte jedoch darauf, dass die Bildschirmzeit begrenzt bleibt und die digitale Geschichte das traditionelle Vorlesen ergänzt, nicht ersetzt.
E-Reader und die Bequemlichkeit der digitalen Bibliothek:
E-Reader bieten Zugang zu tausenden von Adventsgeschichten. Viele klassische Texte sind gemeinfrei und kostenlos verfügbar. Die Suchfunktion erleichtert es, gezielt nach bestimmten Themen oder Autoren zu suchen. Für Menschen mit Sehschwierigkeiten lässt sich die Schriftgröße individuell anpassen. Manche E-Reader haben auch einen Nachtmodus mit warmem Licht, der sich gut für abendliches Lesen eignet.
Social Media und das Teilen von Geschichten:
Plattformen wie Instagram oder Facebook haben in den letzten Jahren das Teilen von Mikro-Geschichten populär gemacht. Manche Autoren veröffentlichen täglich kurze Adventsgeschichten-Häppchen, die in wenigen Absätzen eine kleine Stimmung einfangen. Diese Formate eignen sich für zwischendurch, ersetzen aber nicht das intensive Erleben längerer Erzählungen.
Apps für interaktive Adventskalender:
Spezielle Apps bieten interaktive Adventskalender mit integrierten Geschichten an. Jeden Tag wird eine neue Geschichte freigeschaltet, manchmal ergänzt durch kleine Spiele, Rätsel oder kreative Aufgaben. Für Familien mit technikbegeisterten Kindern kann dies eine moderne Ergänzung zu traditionellen Adventskalendern sein.
Virtuelle Vorlesestunden:
Videoanrufdienste ermöglichen es, Vorlesestunden über räumliche Distanzen hinweg zu teilen. Großeltern können ihren Enkeln trotz großer Entfernung vorlesen, entfernt lebende Geschwister können gemeinsam eine Geschichte hören. Plant solche virtuellen Treffen bewusst und gestaltet sie mit Ritualen - das gemeinsame Entzünden einer Kerze vor der Kamera, das Zeigen selbstgebastelter Dekorationen oder das anschließende gemeinsame Teetrinken machen aus einem Videoanruf ein echtes Erlebnis.
Selbst aufgenommene Geschichten als Geschenk:
Mit einfachen Mitteln kannst Du eigene Vorlesungen von Adventsgeschichten aufnehmen und als Audiodateien verschenken. Besonders ältere Familienmitglieder schätzen es, die vertraute Stimme ihrer Lieben zu hören. Diese Aufnahmen können über Jahre hinweg zu wertvollen Erinnerungsstücken werden. Mit etwas Übung lassen sich sogar einfache Hintergrundgeräusche hinzufügen - das Knistern eines Kamins, leise Weihnachtsmusik oder Glockenklingen.
Balance zwischen digital und analog:
Bei aller Begeisterung für digitale Möglichkeiten ist es wichtig, die Balance zu wahren. Die haptische Erfahrung eines Buches, der direkte Blickkontakt beim Vorlesen und die bildschirmfreien Momente haben ihren eigenen, unersetzlichen Wert. Ideal ist oft eine Kombination: digitale Medien für unterwegs und zwischendurch, traditionelles Vorlesen für die gemeinsamen Abendstunden.