Kurze Weihnachtsgeschichten
Die Weihnachtszeit steht wieder vor der TĂŒr. Sie bereitet vielen von uns jedes Jahr auf's Neue groĂe Freude und ist zugleich eine tolle Gelegenheit, um seinen Liebsten Zuneigung und Liebe entgegenzubringen.
Gerade die besinnlichen Stunden und die Zeit zum Nachdenken machen das Weihnachtsfest so einzigartig. Dennoch ist Weihnachten keinesfalls nur geprĂ€gt von Stille und tiefen GedankengĂ€ngen. Denn wie jedes Jahr versinken viele von uns im Weihnachtsstress und finden kaum noch Zeit, um den Weihnachtsabend in vollen ZĂŒgen zu genieĂen. Dabei sollte die Heilige Nacht doch eigentlich mehr Freude bereiten als Stress verursachen.
Damit Ihr auch mit wenig Zeit schnell in Weihnachtsstimmung kommt, haben wir zahlreiche kurze Weihnachtsgeschichten gesammelt, die Euch tiefer in die Wolldecke sinken lassen und Euch in nur wenigen Minuten ein GefĂŒhl von WĂ€rme und Geborgenheit vermitteln. Lehnt Euch zurĂŒck, atmet kurz tief durch und nehmt Euch ein paar Minuten, um unsere Geschichten zu genieĂen.
Inhaltsverzeichnis
- Kurze Weihnachtsgeschichten
- Die Kunst der KĂŒrze: Was macht eine gute Kurzgeschichte aus?
- Kurze Weihnachtsgeschichten in den Alltag integrieren
- Spontane AnlĂ€sse fĂŒr kurze Weihnachtsgeschichten
- Schreibtechniken fĂŒr eigene kurze Weihnachtsgeschichten
- Verschiedene Formate kurzer WeihnachtserzÀhlungen
- Kurze Weihnachtsgeschichten zum Auswendiglernen und Weitergeben

Kurze Weihnachtsgeschichten
Die kurzen Geschichten, die hier zu finden sind, eignen sich insbesondere fĂŒr Erwachsene mit wenig Zeit oder zum Vorlesen im Kreise der Familie.
Nun freut euch, lieben Christen g'mein
Autor: Dora Schlatter
Das, meine ich, ist doch ein rechtes Christtagslied: "Nun freut euch, lieben Christen g'mein, und lasst uns fröhlich springen, dass wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet und seine sĂŒĂe Wundetat; gar teu'r hat er's erworben." - Wie klingt doch schön die sĂŒĂe Wundertat! Aber es war einmal ein BĂŒrger zu Mansfeld, da, wo die nachmals berĂŒhmten Grafen ihren Sitz hatten, dem klang's nicht schön, anfĂ€nglich nĂ€mlich, hernach ging's besser.
Es war gleich nach der Reformationszeit, da wanderte ein Magister Cyriacus Spangenberg auf Mansfeld, wie die Nachricht meldet, und nahm Quartier im Kloster daselbst. Es war aber dieser treffliche Mann der Sohn des Pfarrherrn …weiter lesen
Weihnachten in der Speisekammer
Autor: Paula Dehmel
Unter der TĂŒrschwelle war ein kleines Loch. Dahinter saĂ die Maus Kiek und wartete.
Sie wartete bis der Hausherr die Stiefel aus- und die Uhr aufgezogen hatte; sie wartete, bis die Mutter ihr SchlĂŒsselkörbchen auf den Nachttisch gestellt und die schlafenden Kinder noch einmal zugedeckt hatte; sie wartete auch noch, als alles dunkel war und tiefe Stille im Hause herrschte. Dann ging sie.
Bald wurde es in der Speisekammer lebendig. Kiek hatte die ganz MĂ€usefamilie benachrichtigt. Da kam Miek die MĂ€usemutter mit den fĂŒnf Kleinen, und Onkel Grisegrau und Tante Fellchen stellten sich auch ein.
"Frauchen, hier ist etwas Weiches, SĂŒĂes," sagte Kiek leise vom obersten Brett herunter zu Miek, "das ist etwas fĂŒr die …weiter lesen
Am Weihnachtsmorgen 1772
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Christtag frĂŒh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurĂŒckruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der TĂŒrmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darĂŒber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die KĂ€lte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnĂŒgt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fĂŒrchtete fĂŒr den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mir's fĂŒrs Enden nicht angst.
Der TĂŒrmer hat sich wieder zu mir gekehrt; der Nordwind bringt mir seine …weiter lesen
Eine Verlassene
Autor: Monika Hunnius
Weihnachten! Ein Kreis hat sich zusammengefunden, um Weihnachten in die HĂŒtten der Armen und Verlassenen zu tragen. Wir haben uns in einem Schullokal versammelt, haben unsere Pakete gemacht, bekommen unsere Adressen, unser TannenbĂ€umchen und werden einem jungen Kandidaten der Theologie zugeteilt, der uns fĂŒhren und den Armen die Weihnachtsandacht halten soll. Der Postschlitten wartet drauĂen, es ist ein eisiger Winternachmittag. AuĂer mit und den Kandidaten fahren noch zwei junge MĂ€dchen mit uns. Man kann in der KĂ€lte schwer atmen. Der Kandidat sagt dem Kutscher eine Adresse, der brummt unzufrieden: "Das ist ja ganz aus der Stadt heraus", murmelt er, "da wohnen ja nur die Ărmsten, dort sind ja gar keine HĂ€user mehr, …weiter lesen
Eine Weihnachtsfahrt
Autor: Monika Hunnius
Wir waren wieder einmal auf unseren Weihnachtsfahrten zu den Armen. Unser Weg fĂŒhrte uns auch dieses Mal in einen der entferntesten Vororte Rigas. Wir hielten vor einem hohen Steinhaus, wo wir mit unserem WeihnachtsbĂ€umchen eine arme Frau aufsuchen wollten. Eine Nachbarin wies uns eine Steintreppe hinauf, die wir mĂŒhsam emporkletterten, und wir standen bald in einem groĂen, dunklen Zimmer, das von einer Petroleumlampe kaum erhellt wurde. Als wir die TĂŒr öffneten, konnte man zuerst fast nichts in dem dunklen Raum unterscheiden. Ein entsetzlicher Geruch schlug uns entgegen. Als unsere Augen sich an die DĂ€mmerung gewöhnt hatten, erkannten wir die Ursache des furchtbaren Geruchs, der von faulen TierhĂ€uten herkam, die zum Trocknen von …weiter lesen
Die Schneekönigin
Autor: Hans Christian Andersen
Seht, nun fangen wir an. Wenn wir am Ende der Geschichte sind, wissen wir mehr als jetzt, denn es war ein böser Zauberer, einer der allerĂ€rgsten, es war der Teufel! Eines Tages war er recht bei Laune, denn er hatte einen Spiegel gemacht, welcher die Eigenschaft besaĂ, dass alles Gute und Schöne, was sich darin spiegelte, fast zu Nichts zusammenschwand, aber das, was nichts taugte und sich schlecht ausnahm, das trat hervor und wurde noch Ă€rger. Die herrlichsten Landschaften sahen wie gekochter Spinat darin aus, und die besten Menschen wurden widerlich oder standen auf dem Kopfe ohne Rumpf, ihre Gesichter wurden so verdreht, dass sie nicht zu erkennen waren, und hatte man einen Sonnenfleck, so konnte man versichert sein, dass er sich …weiter lesen
Weihnachten
Autor: Adalbert Stifter
Unsere Kirche feiert verschiedene Feste, welche zum Herzen dringen. Man kann sich kaum etwas Lieblicheres denken als Pfingsten und kaum etwas Ernsteres und Heiligeres als Ostern. Das Traurige und SchwermĂŒtige der Karwoche und darauf das feierliche des Sonntags begleiten und durch das Leben. Eines der gröĂten Feste feiert die Kirche fast mitten im Winter, wo die lĂ€ngsten NĂ€chte und die kĂŒrzesten Tage sind, wo die Sonne am schiefsten gegen unsere Gefilde steht, und Schnee und Fluren deckt: das Fest der Weihnacht. Wie in vielen LĂ€ndern der Tag vor dem Geburtsfeste des Herrn Christabend heiĂt, so heiĂt er bei uns der heilige Abend, der darauf folgende Tag der heilige Tag und die dazwischen liegende Nacht, die Weihnacht. Die Katholische …weiter lesen
Die Weihnachtskrippe daheim
Autor: Christoph von Schmid
Der Bruder meiner Mutter, namens Joseph Hartel, ein noch unverehelichter junger Mann, der schöne Blechwaren aller Art verfertigte, besuchte uns, besonders im Winter, alle Abende. Er war immer heiter und voll witziger EinfĂ€lle. Wir Kinder alle waren immer hocherfreut, wenn der Herr "Vetter Joseph" kam, wie wir ihn nannten. - Uns Kindern und den Kindern einer Schwester und auch einiger Nachbarn Freude zu machen, hatte er in einer Ecke seines Wohnzimmers zwischen den zwei Fenstern eine "Weihnachtskrippe" angebracht. Man sah einen groĂen Berg mit Felsen und WĂ€ldchen und zerstreuten lĂ€ndlichen HĂŒtten. Ganz oben auf dem Berge befand sich die Stadt Bethlehem. Wenn er uns bei Tage die Krippe zeigte, rauchten alle Kamine …weiter lesen
WeihnachtsfrĂŒhfeier
Autor: Rudolf Reichenau
Wie lange diese Nacht wÀhrt!
"Noch nicht Morgen?"
"Nein" - so trĂŒbe die Nachtlampe brennt, das sieht man doch, das Himmelbett der Eltern ist wohl leer, aber noch frisch aufgemacht, wie am Abend - sie sind noch gar nicht schlafen gegangen. Es ist kalt - husch! in die Kissen zurĂŒck! Die Eisblumen am Fenster, die sich immer dichter mit wunderbar verschlungenen Ranken und BlĂ€tter ĂŒberziehen, gestatten dem Sterne, der mit so eigenem funkeln vom Himmel sieht, kaum noch den Einblick ins Zimmer. DrauĂen aber knistert der Schnee unter dem Tritte des WĂ€chters oder kreischt laut vor Entsetzen ĂŒber die frevelhafte Entweihung, wenn ein verspĂ€teter Frachtschlitten die Gleise befĂ€hrt, die der Frost nicht fĂŒr irdische …weiter lesen
Christkindl Ahnung im Advent
Autor: Ludwig Thoma
Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch? Ich will es allen wĂŒnschen, aber ich kann es nicht glauben, daĂ das Fest in der Stadt mit ihren StraĂen und engen Gassen das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen ist.
Der erste Schnee erregte schon liebliche Ahnungen, die bald verstĂ€rkt wurden, wenn es im Haus nach PfeffernĂŒssen, Makronen und Kaffeekuchen zu riechen begann, wenn am langen Tische der Herr Oberförster und seine JĂ€ger mit den Marzipanmodeln ganz zahme, hĂ€usliche Dinge verrichteten, wenn an den langen Abenden sich das wohlige GefĂŒhl der Zusammengehörigkeit auf dieser Insel, die Tag und Tag stiller wurde, verbreitete.
In der Stadt kam das Christkind nur einmal, aber in der RiĂ …weiter lesen
Der riesengroĂe Schneemann
Autor: unbekannt
Kurz vor Weihnachten entdeckten Hans und Liese im Schaufenster des Spielzeugladens von FrĂ€ulein Holzapfel am Karolienenplatz eine bildhĂŒbsche Puppe mit echten Haaren und Schlafaugen und ein wunderschönes Segelschiff. Sie waren so begeistert davon, daĂ sie sofort nach Hause rannten und einen neuen Wunschzettel fĂŒr das Christkind schrieben, mit dem Text: "Die PuppenkĂŒche und die Eisenbahn, die wir uns gewĂŒnscht haben, wollen wir nicht mehr haben. Wir wollen die Puppe und das Segelschiff aus dem Schaufenster von FrĂ€ulein Holzapfel!" Sie legten den Wunschzettel wie den ersten aufs Fenstersims und beschwerten ihn mit einem Stein, damit der Wind ihn nicht wegblasen konnte.
Am nĂ€chsten Tag fiel ihnen dann etwas Schreckliches …weiter lesen
Gedanken einer Kerze
Autor: unbekannt
Jetzt habt ihr mich entzĂŒndet und schaut in mein Licht. Ihr freut euch an meiner Helligkeit, an der WĂ€rme, die ich spende. Und ich freue mich, dass ich fĂŒr euch brennen darf. WĂ€re dem nicht so, lĂ€ge ich vielleicht irgendwo in einem alten Karton â sinnlos, nutzlos. Sinn bekomme ich erst dadurch, dass ich brenne.
Aber je lĂ€nger ich brenne, desto kĂŒrzer werde ich. Ich weiĂ, es gibt immer beide Möglichkeiten fĂŒr mich: Entweder bleibe ich im Karton â unangerĂŒhrt, vergessen, im Dunkeln â oder aber ich brenne, werde kĂŒrzer, gebe alles her, was ich habe, zugunsten des Lichtes und der WĂ€rme. Somit fĂŒhre ich mein eigenes Ende herbei.
Und doch, ich finde es schöner und sinnvoller, etwas herzugeben zu dĂŒrfen, als kalt zu …weiter lesen
Das ChristbÀumchen
Autor: Wilhelm Curtman
Die BÀume stritten einmal miteinander, wer von ihnen der vornehmste wÀre.
Da trat die Eiche vor und sagte: "Seht mich an! Ich bin hoch und dick und habe viele Ăste, und meine Zweige sind reich an BlĂ€ttern und FrĂŒchten."
"FrĂŒchte hast Du wohl", sagte der Pfirsichbaum; "allein es sind nur FrĂŒchte fĂŒr die Schweine; die Menschen mögen nichts davon wissen. Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche auf die Tafel des Königs".
"Das hilft nicht viel", sagte der Apfelbaum, "von deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch dauern sie nur wenige Wochen; dann werden sie faul, und niemand kann sie mehr brauchen. Da bin ich ein anderer Baum. Ich trage alle Jahre Körbe voll Ăpfel, …weiter lesen
3 WĂŒnsche
Autor: unbekannt
Ein kleiner Junge besuchte seinen GroĂvater und sah ihm zu, wie er die Krippenfiguren schnitzte. Der Junge schaute sie sich ganz intensiv an , und sie fingen an, fĂŒr ihn zu leben.
Da schaute er das Kind an â und das Kind schaute ihn an.
Plötzlich bekam er einen Schrecken, und die TrÀnen traten ihm in die Augen.
"Warum weinst du denn ?" fragte das Jesuskind.
"Weil ich dir nichts mitgebracht habe", sagte der Junge.
"Ich will aber gerne etwas von dir haben", entgegnete das Jesuskind.
Da wurde der Kleine rot vor Freude.
"Ich will dir alles schenken, was ich habe", stammelte er .
"Drei Sachen möchte ich von dir haben", sagte das Jesuskind.
Da fiel ihm der Kleine ins …weiter lesen
Pariser Weihnachten
Autor: Kurt Tucholsky
Der "PĂšre NoĂ«l" wird merkwĂŒrdigerweise immer populĂ€rer â so ist das frĂŒher nicht gewesen. Denn frĂŒher war es der Neujahrstag, der "Jour de l'An", an dem man sich Geschenke machte. Wohl fanden am ersten Weihnachtstag die französischen Kinder Geschenke in ihren Schuhen, die sie am Kamin aufgebaut hatten â aber der Tannenbaum war natĂŒrlich nicht da, die Weihnachtskerzen auch nicht, und ĂŒberhaupt nichts von dem, was seinerzeit auf deutscher Seite den groĂen Krieg mit beenden half: Weihnachten zu Hause zu feiern. (Doktorarbeit: "Das deutsche FamiliengefĂŒhl in der Weltgeschichte.") Das also hat es alles in Frankreich frĂŒher nicht gegeben â aber jetzt ist da langsam eine Wandlung eingetreten. …weiter lesen
Weihnacht
Autor: Karl Kraus
Als ich am heiligen Abend mit einem Freunde reiste, um der Stimmung zu entgehen, zu der uns die Stimmung fehlte, erkannte ich, wie sich das Bild der Welt verĂ€ndert hat, seitdem ihr die Stimmung vorgeschrieben ist. Drei Handlungsreisende, die in der dritten Wagenklasse nicht mehr Platz gefunden hatten, drangen in unser CoupĂ© und begannen sofort von GeschĂ€ften zu sprechen. Sie sprachen aber in einem Ton, der etwa den Ernst jenes Lebens offenbarte, aus dem die Anekdoten ihren Humor schöpfen. Wir rĂ€umten das Feld, und nachdem wir eine Weile von drauĂen einem Kartenspiel hatten zusehen mĂŒssen, bekamen wir PlĂ€tze in der ersten Klasse angewiesen. Dort erkannte ich die Bedeutung dieses Abenteuers in dieser Nacht: Wer ohne Abschied von Gott …weiter lesen
Die Kunst der KĂŒrze: Was macht eine gute Kurzgeschichte aus?
Kurze Weihnachtsgeschichten sind keineswegs nur gekĂŒrzte Versionen lĂ€ngerer ErzĂ€hlungen. Sie folgen eigenen Ă€sthetischen Prinzipien und erfordern besonderes handwerkliches Geschick. Eine gelungene kurze Geschichte packt den Leser sofort, entwickelt schnell eine AtmosphĂ€re und hinterlĂ€sst trotz knapper Form einen bleibenden Eindruck.
Der unmittelbare Einstieg:
WĂ€hrend lĂ€ngere Geschichten sich Zeit nehmen können, SchauplĂ€tze zu beschreiben und Charaktere einzufĂŒhren, muss die kurze Geschichte sofort zur Sache kommen. Der erste Satz ist entscheidend. Er sollte direkt in eine Situation hineinfĂŒhren oder eine Frage aufwerfen, die Neugier weckt. Statt "Es war einmal in einem kleinen Dorf, wo die Menschen friedlich lebten" beginnt eine gute Kurzgeschichte vielleicht mit "Der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz brannte." Die Handlung ist bereits im Gange, der Leser mittendrin.
Konzentration auf einen Moment:
Effektive kurze Weihnachtsgeschichten erzÀhlen nicht die gesamte Adventszeit oder mehrere Weihnachtsfeste, sondern fokussieren sich auf einen einzigen bedeutsamen Augenblick. Das kann die Begegnung zweier Menschen auf einem verschneiten Bahnsteig sein, ein Telefonat an Heiligabend oder der Moment, in dem jemand ein bestimmtes Geschenk öffnet. Diese Verdichtung auf einen Moment schafft IntensitÀt.
PrÀgnante Charakterzeichnung:
In kurzen Geschichten haben Autoren keine Zeit fĂŒr ausfĂŒhrliche Charakterbeschreibungen. Stattdessen werden Personen durch prĂ€gnante Details definiert: eine charakteristische Geste, ein wiederkehrender Satz, eine spezifische Angewohnheit. Ein einzelnes Detail - etwa dass jemand immer die Weihnachtskugeln nach Farben sortiert - kann mehr ĂŒber einen Charakter aussagen als eine seitenlange Beschreibung.
Wirkungsvolle Enden:
Das Ende einer kurzen Weihnachtsgeschichte muss besonders gut durchdacht sein. Es gibt verschiedene bewÀhrte Techniken:
- Der Ăberraschungsmoment: Eine unerwartete Wendung stellt alles Vorherige in neues Licht
- Die offene Frage: Die Geschichte endet, bevor alle Fragen beantwortet sind, und regt zum Weiterdenken an
- Der Kreis: Die Geschichte kehrt zum Anfangsbild zurĂŒck, aber mit verĂ€nderter Bedeutung
- Die Pointe: Ein geistreicher Schlusssatz bringt die Kernaussage auf den Punkt
- Das nachklingende Bild: Eine starke visuelle oder emotionale Szene bleibt im GedÀchtnis
Sprache und Rhythmus:
Kurze Weihnachtsgeschichten verlangen nach prĂ€ziser Sprache. Jedes Wort muss seinen Platz verdienen. FĂŒllwörter und ausschweifende Beschreibungen haben keinen Raum. Gleichzeitig darf die Sprache nicht trocken werden - sie sollte rhythmisch sein, fast poetisch. Kurze und lange SĂ€tze wechseln sich ab, schaffen Tempo oder Verlangsamung je nach Bedarf der Szene.
Kurze Weihnachtsgeschichten in den Alltag integrieren
Der groĂe Vorteil kurzer Weihnachtsgeschichten liegt in ihrer FlexibilitĂ€t. Sie passen in Zeitfenster, die fĂŒr lĂ€ngere LektĂŒre nicht ausreichen wĂŒrden. Mit etwas KreativitĂ€t lassen sich ĂŒberall im Tagesablauf Momente finden, um diese kleinen literarischen Geschenke zu genieĂen.
Morgenrituale:
Beginne den Tag in der Adventszeit mit einer kurzen Geschichte beim ersten Kaffee oder Tee. Bevor der Trubel des Tages losgeht, verschafft Dir eine fĂŒnfminĂŒtige LektĂŒre einen ruhigen, stimmungsvollen Start. Lege ein Buch mit kurzen Geschichten neben die Kaffeemaschine oder speichere ein paar Favoriten als Lesezeichen auf dem Handy. Diese morgendliche Tradition kann zu einem geschĂ€tzten Anker werden, der jeden Dezembertag mit einem Hauch Magie beginnen lĂ€sst.
Pendeln und Wartezeiten:
Ob in Bus, Bahn oder im Wartezimmer beim Arzt - kurze Weihnachtsgeschichten sind perfekte Begleiter fĂŒr unterwegs. Statt durch Social Media zu scrollen, kannst Du diese Minuten nutzen, um in eine kleine Weihnachtswelt einzutauchen. Ein schmales Taschenbuch passt in jede Handtasche, und E-Reader oder Smartphone bieten Zugang zu ganzen Bibliotheken. Selbst eine zehnminĂŒtige Zugfahrt reicht fĂŒr eine vollstĂ€ndige Geschichte.
Mittagspausen:
Nach dem Mittagessen bleiben oft noch einige Minuten, bevor die Arbeit weitergeht. Statt direkt wieder an den Schreibtisch zu gehen, gönn Dir eine kurze Auszeit mit einer Weihnachtsgeschichte. Sie hilft beim Abschalten vom Vormittag und gibt neue Energie fĂŒr den Nachmittag. Dieser kleine mentale Urlaub kann die ProduktivitĂ€t und Stimmung erheblich verbessern.
KĂŒchentisch-Momente:
Beim Warten darauf, dass der Kuchen im Ofen fertig wird, das Wasser kocht oder die PlĂ€tzchen abkĂŒhlen - all diese kleinen Pausen eignen sich hervorragend fĂŒr kurze Geschichten. Leg ein Buch in die KĂŒche, das griffbereit ist. Diese Verbindung von praktischem Tun und literarischem Genuss passt wunderbar zur hĂ€uslichen AtmosphĂ€re der Weihnachtszeit.
Abendliche Entspannung:
Nicht jeder Abend bietet Zeit fĂŒr ausgedehnte Lesestunden. An hektischen Tagen, wenn Du erschöpft nach Hause kommst, kann eine einzige kurze Geschichte genau das Richtige sein. Sie verlangt keine groĂe Konzentration, vermittelt aber dennoch ein GefĂŒhl von Weihnachtsstimmung und hilft beim Ăbergang vom Arbeitsmodus in den Feierabend.
Spontane Familienmomente:
Wenn sich die Familie spontan zusammenfindet - beim SonntagsfrĂŒhstĂŒck, wĂ€hrend eines gemeinsamen Spaziergangs oder einfach zwischendurch - kann eine kurze Weihnachtsgeschichten zum verbindenden Element werden. Sie erfordert kein groĂes Zeremoniell, sondern funktioniert auch nebenbei. Selbst Teenager, die bei lĂ€ngeren Vorlesestunden ungeduldig wĂŒrden, lassen sich oft auf eine dreiminĂŒtige Geschichte ein.
Digitale Erinnerungen setzen:
Richte auf Deinem Smartphone eine tĂ€gliche Erinnerung ein, die Dich an Deine Weihnachtsgeschichte erinnert. Vielleicht jeden Abend um 20 Uhr oder jeden Morgen nach dem Aufwachen. Diese kleine digitale StĂŒtze hilft dabei, die schöne Gewohnheit auch an stressigen Tagen nicht zu vergessen.
Spontane AnlĂ€sse fĂŒr kurze Weihnachtsgeschichten
Manche Situationen sind wie geschaffen fĂŒr das spontane Vorlesen oder ErzĂ€hlen kurzer Weihnachtsgeschichten. Wer einige Geschichten parat hat oder weiĂ, wo schnell eine passende zu finden ist, kann diese Momente nutzen.
Unerwarteter Besuch:
Wenn spontan GĂ€ste vorbeikommen und Ihr bei GlĂŒhwein oder PlĂ€tzchen zusammensitzt, kann eine kurze Weihnachtsgeschichten die Runde bereichern. Sie fĂŒllt eventuelle GesprĂ€chspausen auf angenehme Weise und gibt allen etwas Gemeinsames, ĂŒber das man sich anschlieĂend austauschen kann. Halte dafĂŒr ein Buch mit verschiedenen kurzen Geschichten griffbereit auf dem Wohnzimmertisch.
Lange Autofahrten:
Auf der Fahrt zu Verwandten oder beim weihnachtlichen Einkaufsbummel können kurze Geschichten die Reisezeit verkĂŒrzen. Der Beifahrer liest vor, wĂ€hrend der Fahrer konzentriert bleibt. Nach jeder Geschichte gibt es Zeit fĂŒr GesprĂ€che oder Stille. FĂŒr Kinder auf der RĂŒckbank sind kurze Geschichten oft angenehmer als lange ErzĂ€hlungen, bei denen sie den Faden verlieren.
Warteschlangen und Verzögerungen:
Der Zug hat VerspÀtung, die Schlange an der Supermarktkasse ist endlos, oder das Restaurant lÀsst auf sich warten - statt sich zu Àrgern, kann man diese unfreiwilligen Pausen nutzen. Lies Dir selbst eine Geschichte vor oder teile sie mit Mitreisenden. Gerade in der hektischen Vorweihnachtszeit können solche erzwungenen Stopps zu willkommenen Oasen werden.
Krankheitstage:
Wenn jemand krank im Bett liegt, besonders Kinder, sind kurze Geschichten ideal. Sie ĂŒberfordern nicht, lenken ab und trösten. Die KĂŒrze erlaubt es, mehrere Geschichten hintereinander vorzulesen, ohne den Kranken zu ermĂŒden. Zwischen den Geschichten kann ausgeruht oder geschlafen werden.
Firmen- oder Vereinsfeiern:
Bei weihnachtlichen ZusammenkĂŒnften im beruflichen oder ehrenamtlichen Kontext kann eine gut gewĂ€hlte kurze Geschichte fĂŒr einen besinnlichen Moment sorgen. Sie unterbricht das gesellige Beisammensein kurz, ohne es zu dominieren, und gibt der Feier eine etwas tiefere Note. WĂ€hle eine Geschichte, die nicht zu privat oder emotional ist, sondern eher humorvoll oder nachdenklich.
Telefonanrufe mit Fernstehenden:
Wenn Du an Weihnachten mit weit entfernt lebenden Freunden oder Familienmitgliedern telefonierst, kannst Du eine kurze Geschichte vorlesen. Das schafft trotz Distanz ein GefĂŒhl von NĂ€he und gemeinsam erlebter Zeit. Ihr könnt Euch gegenseitig Geschichten vorlesen und so eine neue Art des Teilens etablieren.
PausenfĂŒller bei Feierlichkeiten:
Bei der Weihnachtsfeier gibt es oft Momente, in denen auf etwas gewartet wird - der Braten im Ofen, verspĂ€tete GĂ€ste oder die Bescherung. Eine kurze Geschichte kann diese Zwischenzeiten ausfĂŒllen, ohne ein groĂes Programm zu erfordern. Sie hĂ€lt die festliche Stimmung aufrecht und gibt allen etwas zum Zuhören.
Schreibtechniken fĂŒr eigene kurze Weihnachtsgeschichten
Vielleicht möchtest Du selbst eine kurze Weihnachtsgeschichte schreiben - als Geschenk, fĂŒr den Gemeindebrief oder einfach aus Freude am kreativen Ausdruck. Hier sind konkrete Techniken, die Dir helfen, eine wirkungsvolle kurze Weihnachtsgeschichten zu verfassen.
Die FĂŒnf-Finger-Methode:
Eine bewĂ€hrte Strukturhilfe fĂŒr kurze Geschichten ist die FĂŒnf-Finger-Methode. Jeder Finger steht fĂŒr ein Element: Daumen - Hauptfigur, Zeigefinger - Schauplatz, Mittelfinger - Problem oder Konflikt, Ringfinger - Höhepunkt, kleiner Finger - Lösung oder Ende. Bevor Du zu schreiben beginnst, notiere zu jedem Finger ein oder zwei SĂ€tze. Diese Struktur verhindert, dass Du Dich verzettlest, und hĂ€lt die Geschichte fokussiert.
In medias res beginnen:
Die lateinische Wendung bedeutet "mitten in die Dinge hinein". Beginne Deine Geschichte nicht mit Vorgeschichte oder ErklĂ€rungen, sondern direkt mit einer Handlung oder einem Dialog. Beispiel: Statt "Maria war eine alte Frau, die seit Jahren allein lebte und sich auf Weihnachten freute" schreibe "Das Klopfen an der TĂŒr kam genau um Mitternacht." Kontextinformationen können spĂ€ter sparsam eingestreut werden.
Die Drei-Akt-Struktur in Miniatur:
Auch kurze Geschichten profitieren von dramaturgischer Struktur. Erster Akt: EinfĂŒhrung der Situation und Figur. Zweiter Akt: Eine Störung oder Herausforderung tritt ein. Dritter Akt: Reaktion und Auflösung. In einer kurzen Geschichte kann jeder Akt nur ein oder zwei AbsĂ€tze umfassen, aber diese Grundstruktur gibt der ErzĂ€hlung Form und Tempo.
Der einzige Schauplatz:
BeschrĂ€nke Deine kurze Geschichte auf einen einzigen Ort. Das spart Worte fĂŒr Ortswechsel und ĂbergĂ€nge. Die gesamte Handlung könnte sich in einer StraĂenbahn abspielen, auf einer Parkbank, in einer Kirche oder an einem Weihnachtsmarktstand. Diese rĂ€umliche Begrenzung zwingt Dich zur Konzentration und erzeugt oft eine dichte AtmosphĂ€re.
Sensorische Details gezielt einsetzen:
Da Du nicht viel Raum fĂŒr ausfĂŒhrliche Beschreibungen hast, wĂ€hle einige wenige, aber prĂ€gnante sensorische Details. Nicht "Der Weihnachtsmarkt war schön geschmĂŒckt und es roch gut", sondern "Gebrannte Mandeln sĂŒĂten die kalte Luft, und die Lichterketten verwandelten den Nebel in goldenen Dunst." Zwei starke sensorische Bilder wirken mehr als zehn schwache.
Dialog als Handlungstreiber:
Dialoge transportieren in kurzen Geschichten oft mehr als Beschreibungen. Sie zeigen Charakter, treiben die Handlung voran und sind dynamischer als erzĂ€hlende Passagen. Achte aber darauf, dass jeder Dialog-Satz etwas beitrĂ€gt. Verzichte auf Smalltalk und FĂŒllworte, auĂer sie charakterisieren gezielt eine Person.
Das Schneeball-System:
Beginne mit einer ganz kurzen Version Deiner Geschichte - vielleicht nur drei SĂ€tze. Dann erweitere jeden Satz zu einem Absatz. So wĂ€chst die Geschichte kontrolliert, und Du behĂ€ltst die Ăbersicht. Diese Methode verhindert, dass die Geschichte ausufert, denn Du siehst immer das Gesamtbild.
Revision durch KĂŒrzen:
Schreibe Deine erste Fassung ruhig etwas lĂ€nger. Dann beginnt die eigentliche Arbeit: KĂŒrzen. Streiche jeden Satz, der nicht unbedingt nötig ist. Ersetze lange Formulierungen durch kurze. Entferne Wiederholungen. Viele Autoren berichten, dass ihre Geschichten erst beim KĂŒrzen richtig gut werden. Die Faustregel lautet: Wenn Du unsicher bist, ob ein Satz bleiben soll, streiche ihn.
Das Eisberg-Prinzip:
Ernest Hemingway prĂ€gte die Idee, dass die beste Geschichte wie ein Eisberg funktioniert - nur ein Achtel ist sichtbar, sieben Achtel liegen unter der OberflĂ€che. Ăbertragen auf kurze Weihnachtsgeschichten bedeutet das: Du musst als Autor mehr ĂŒber Deine Figuren und ihre Vorgeschichte wissen, als Du erzĂ€hlst. Dieses Hintergrundwissen gibt der Geschichte Tiefe, auch wenn es nicht explizit ausgesprochen wird.
Verschiedene Formate kurzer WeihnachtserzÀhlungen
Kurze Weihnachtsgeschichten gibt es in unterschiedlichen literarischen Formen. Jedes Format hat seinen eigenen Reiz und eignet sich fĂŒr verschiedene AnlĂ€sse und Stimmungen.
Die Anekdote:
Anekdoten sind kurze, oft wahre oder auf Wahrem basierende Begebenheiten, die eine Pointe haben. Eine Weihnachtsanekdote könnte von einer skurrilen Situation beim PlÀtzchenbacken erzÀhlen, von einer unerwarteten Begegnung auf dem Weihnachtsmarkt oder einem komischen MissverstÀndnis bei der Geschenkauswahl. Anekdoten sind unterhaltsam und leicht zu merken, was sie ideal zum WeitererzÀhlen macht.
Die Miniatur:
Miniaturen sind extrem kurze Geschichten, manchmal nur ein oder zwei AbsĂ€tze lang. Sie fangen einen einzigen Moment, eine Stimmung oder ein Bild ein, ohne groĂe Handlung. Eine Miniatur könnte beschreiben, wie Schneeflocken auf eine Kerze im Fenster fallen, oder den Gesichtsausdruck eines Kindes beim ersten Blick auf den geschmĂŒckten Baum. Diese Form ist hochpoetisch und meditativ.
Die Parabel:
Parabeln sind lehrhafte Geschichten, die eine moralische oder spirituelle Wahrheit vermitteln. In der Weihnachtszeit bieten sich Parabeln ĂŒber GroĂzĂŒgigkeit, Vergebung oder die Bedeutung kleiner Gesten an. Die Botschaft wird nicht direkt ausgesprochen, sondern ergibt sich aus der Handlung. Parabeln regen zum Nachdenken an und eignen sich besonders fĂŒr besinnliche Momente.
Der Brief:
Eine Geschichte in Briefform - vielleicht ein Brief an das Christkind, ein Dankesbrief nach Weihnachten oder ein Brief an einen verstorbenen Angehörigen - hat eine besondere IntimitĂ€t. Die direkte Ansprache schafft emotionale NĂ€he, und das Format erlaubt einen sehr persönlichen Ton. Briefgeschichten wirken authentisch und berĂŒhrend.
Die Szene:
Manche kurzen Geschichten sind wie kleine TheaterstĂŒcke aufgebaut - eine einzelne Szene mit viel Dialog und wenig beschreibendem Text. Diese Form ist lebendig und dynamisch. Sie könnte ein GesprĂ€ch zwischen zwei Menschen in einem CafĂ© zeigen, eine Diskussion zwischen Geschwistern ĂŒber Familientraditionen oder einen Wortwechsel zwischen VerkĂ€ufer und Kunde auf dem Weihnachtsmarkt.
Das Gedicht in Prosa:
Manche kurzen Weihnachtstexte bewegen sich zwischen Prosa und Lyrik. Sie haben keinen Reim, aber einen starken Rhythmus und metaphorische Sprache. Diese Form eignet sich fĂŒr atmosphĂ€rische, stimmungsvolle Texte, die GefĂŒhle einfangen statt Handlungen zu erzĂ€hlen. Sie sind besonders wirksam beim Vorlesen.
Die Metamorphose:
In diesen Geschichten durchlĂ€uft etwas oder jemand eine Verwandlung. Ein mĂŒrrischer Mensch wird freundlich, ein vergessenes Objekt findet neue Bedeutung, oder eine schwierige Situation wandelt sich zum Guten. Diese Transformationsgeschichten sind besonders weihnachtlich, da sie Hoffnung und Erneuerung thematisieren.
Das Fragment:
Absichtlich unvollstĂ€ndige Geschichten, die mitten in einer Szene beginnen und enden, bevor alles geklĂ€rt ist. Sie ĂŒberlassen dem Leser viel Raum fĂŒr eigene Gedanken und Interpretationen. Fragmente können sehr wirkungsvoll sein, erfordern aber ein Publikum, das bereit ist, aktiv mitzudenken.
Kurze Weihnachtsgeschichten zum Auswendiglernen und Weitergeben
Eine besondere QualitĂ€t kurzer Weihnachtsgeschichten ist, dass man sie sich merken und ohne Buch weitergeben kann. Diese mĂŒndliche Tradition des GeschichtenerzĂ€hlens verbindet uns mit jahrtausendealten kulturellen Praktiken.
Warum Auswendiglernen wertvoll ist:
Eine Geschichte im Kopf zu haben bedeutet, sie jederzeit verfĂŒgbar zu haben. Du brauchst kein Buch, kein Handy, keine Vorbereitung. In einem spontanen Moment mit Kindern, bei einem Spaziergang oder wenn jemand Trost braucht, kannst Du die Geschichte einfach erzĂ€hlen. Zudem vertieft das Auswendiglernen die eigene Beziehung zur Geschichte - Du durchdringst sie vollstĂ€ndig, machst sie zu einem Teil von Dir.
Geschichten auswÀhlen zum Memorieren:
Nicht jede Geschichte eignet sich gleich gut zum Auswendiglernen. Ideal sind Geschichten mit klarer Struktur, wiederkehrenden Elementen oder einem rhythmischen Sprachfluss. Geschichten mit Dialogen sind oft leichter zu merken als rein beschreibende Texte. WĂ€hle Geschichten, die Dich persönlich berĂŒhren - emotionale Verbindung erleichtert das EinprĂ€gen erheblich.
Techniken zum EinprÀgen:
Lies die Geschichte zunĂ€chst mehrfach aufmerksam. Dann teile sie in Abschnitte und lerne diese nacheinander. Visualisiere dabei die Szenen - male Dir die Bilder im Kopf aus. Viele Menschen finden es hilfreich, beim Lernen zu gehen; die Bewegung unterstĂŒtzt das GedĂ€chtnis. ErzĂ€hle die Geschichte laut, auch wenn Du allein bist. Das Hören der eigenen Stimme verstĂ€rkt die Erinnerung.
Mit eigenen Worten erzÀhlen:
Du musst eine Geschichte nicht wortwörtlich auswendig können. Oft ist es sogar besser, die Kernhandlung und wichtige Formulierungen zu kennen, aber beim ErzĂ€hlen frei zu bleiben. So wird jedes ErzĂ€hlen lebendig und kann an das Publikum angepasst werden. FĂŒr Kinder erzĂ€hlst Du vielleicht einfacher, fĂŒr Erwachsene detailreicher.
Die Kraft der Wiederholung:
ErzĂ€hle dieselbe Geschichte mehrmals in der Weihnachtszeit. Kinder lieben Wiederholungen und fordern oft ihre Lieblingsgeschichte immer wieder ein. Aber auch Erwachsene schĂ€tzen vertraute Geschichten, die zu einem festen Bestandteil der Familientradition werden. Eine Geschichte, die Du jedes Jahr erzĂ€hlst, verbindet die Weihnachtsfeste ĂŒber Jahre hinweg.
Geschichten an die nÀchste Generation weitergeben:
Wenn Du Geschichten auswendig erzĂ€hlst, gibst Du nicht nur Unterhaltung weiter, sondern auch kulturelles GedĂ€chtnis. Deine Kinder oder Enkel werden sich daran erinnern, wie Du ihnen diese Geschichten erzĂ€hlt hast. Vielleicht lernen sie die Geschichten ebenfalls und geben sie weiter. So entstehen echte Familientraditionen, die ĂŒber Generationen bestehen.
Variationen und Anpassungen:
Eine mĂŒndlich tradierte Geschichte verĂ€ndert sich naturgemÀà im Laufe der Zeit. Du kannst bewusst Details anpassen - Namen Ă€ndern, den Schauplatz in Deine Heimatstadt verlegen oder moderne Elemente einbauen. Diese FlexibilitĂ€t macht mĂŒndliches ErzĂ€hlen lebendig und hĂ€lt Geschichten aktuell.
Geschichten als ErinnerungsstĂŒtzen:
Manche Menschen nutzen kurze Weihnachtsgeschichten auch als ErinnerungsstĂŒtzen fĂŒr Werte, die ihnen wichtig sind. Eine Geschichte ĂŒber GroĂzĂŒgigkeit erinnert daran, selbst groĂzĂŒgig zu sein. Eine ĂŒber Versöhnung ermutigt, Konflikte beizulegen. Die Geschichte im Kopf zu haben bedeutet, diese Erinnerung immer bei sich zu tragen.
Gemeinschaftliches ErzÀhlen:
Besonders schön ist es, wenn mehrere Familienmitglieder jeweils eine Geschichte auswendig lernen und diese dann reihum erzÀhlen. Vielleicht hat jede Person ihre "Signatur-Geschichte", die sie besonders gut erzÀhlt. So entsteht ein reichhaltiges Repertoire, und jeder trÀgt zum gemeinsamen kulturellen Schatz bei.