Weihnachtsromane

Endlich ist sie wieder da: die Weihnachtszeit mit all ihren lieblichen Facetten. Das Fest der Liebe bietet Gelegenheit fĂŒr so viele tolle Dinge. Wie wĂ€re es z. B. mit einem schönen Weihnachtsroman?

Die freien Tage um Weihnachten herum können zu unvergesslichen Stunden fĂŒhren und so manche Kinderaugen werden in dieser Zeit alljĂ€hrlich zum Strahlen gebracht. DafĂŒr verfallen wir im Vorfeld des Festes leider allzu oft in den allseits bekannten Weihnachtsstress, und das obwohl Besinnlichkeit eigentlich nicht zwischen den Regalen im Shopping-Center zu finden ist.
Um Euch dennoch auf festliche Stunden voller warmherziger Zuneigung einzustimmen, haben wir einige alte Weihnachtsromane gesammelt. Darunter sind Romane von bekannten Autoren wie Charles Dickens ("Der Weihnachtsabend") oder von Frances Hodgson Burnett, der mit "Der kleine Lord" einen Bestseller schrieb, der auch im Jahr 2018 noch gerne gelesen wird.
Genau solche Weihnachtsromane sind es, die ein GefĂŒhl von Nostalgie in uns auslösen können und uns neue TĂŒren öffnen. Beim Lesen werden wir unwiderruflich in unsere eigene Kindheit zurĂŒckversetzt. Dadurch schaffen es solche Werke schnell, ein wohliges GefĂŒhl in uns auszulösen, das wir alle so sehr brauchen und genießen.
Also lehnt Euch zurĂŒck und lasst die Erinnerungen auf Euch wirken, die unsere Weihnachtsromane hervorrufen werden.

Weihnachtsromane

Diese weihnachtlichen Romane stehen Euch zur VerfĂŒgung:

Weihnachtsabend
Es begab sich an einem kalten und stĂŒrmischen Dezemberabende des vergangenen Jahres, daß tief im untersten Grunde eines mĂ€chtigen fĂŒnfstöckigen Hauses, welches im comfortabelsten Theile der Stadt, dicht an der schönsten und vornehmsten Straße steht, ein fleißiges junges Ehepaar emsig arbeitend beisammen saß, als es beinahe Mitternacht schlagen wollte. Dies fleißige PĂ€rchen gehörte zu der bedeutenden Zahl moderner Troglodyten in den großen TummelplĂ€tzen der menschlichen Gesellschaft, die ihre Parias nicht allein fĂŒnf oder sechs halsbrechende Treppen hoch in Dachwinkeln und Bodenkammern unterbringt, sondern sie auch tief in den Schoß der mĂŒtterlichen Erde hinabsteigen lĂ€ĂŸt, um allda zwischen feuchten, dumpfigen Mauern zu …weiter lesen

Autor: Theodor MĂŒgge

Der Vorabend des Weihnachtsfestes
Was ist's, das in den Tagen des Advents, wenn die StĂŒrme des Dezembers unfreundlich wĂŒthen, und schaurig dunkle Wolken keinem Sonnenblicke den Durchgang verstatten, dennoch die GemĂŒther der Menschen heiter stimmt und alle hĂ€uslichen Interessen in regerem Leben durch einander treibt? Wo liegt der Grund der frohen Erwartung, die man nicht nur in den holdseligen Gesichtern der muntern Kinderschaar abgezeichnet sieht, die sich auch in den ZĂŒgen Ă€lterer Personen, oft mit einer sanften Wehmuth vermischt, so sichtbar zeigt? Und warum werfen die Lichter des Weihnachtsfestes einen so wohlthĂ€tigen Schimmer auf die dunkle Erde, daß ihr Glanz die dĂŒstern Schatten der NĂ€chte durchdringt, die in diesem Theile des Jahres beinahe dem Tage nicht …weiter lesen

Autor: Anna Rothpletz

Die falschen WeihnachtsbÀume
Auf unsrer Insel gab es wenig BĂ€ume. So wenig, daß das Brennholz weither ĂŒber das Wasser geholt werden mußte, und daß viele der Inselbewohner niemals einen Wald gesehen hatten. Auch die TannenbĂ€ume waren ein seltner Artikel, was uns als Kinder immer sehr aufregte. Denn wenn es gegen die Weihnachtszeit ging, tauchten immer wieder die Zweifel auf, ob wir wohl einen wirklichen oder einen falschen Tannenbaum am heiligen Abend bekĂ€men. Einen wirklichen Tannenbaum, der im Walde gewachsen war, und in dessen Zweigen die Vögel gesungen hatten, oder einen falschen, der in der Werkstatt des Meister Ahrens das Licht der Welt erblickt hatte.

Meister Ahrens war unser Tischler. Er sah alt aus und hatte einen sehr kahlen Kopf, aber wir hatten …
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Autor: Charlotte Niese

Mein Freund Kaspar
Draußen lag der dichte Schnee auf den Bergen und den dunkeln DĂ€chern der kleinen rheinischen Stadt. In Scharen kamen die Vögel des Waldes, um in der NĂ€he menschlicher Wohnungen Schutz vor dem grausamen Hungertode zu suchen. In dem großen, von Mauern umgebenen Hofraum unseres Hauses hatte ich mir ein FutterplĂ€tzchen eingerichtet, und Spatzen, Rotkehlchen, Meisen warteten in den FrĂŒhstunden des Tages schon lange auf mich, um dann mein Erscheinen mit vielstimmigem Freudengezwitscher zu begrĂŒĂŸen, und tĂ€glich erhielt ich mehr Zuspruch; sogar die großen KrĂ€hen scheuten sich nicht, schwerfĂ€llig in den Hof zu fliegen, um auch ihr Teil zu erhalten.

Es war ein kalter Januarmorgen, und lebhaft ging es auf meinem Futterplatze zu, wo …
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Autor: Charlotte Niese

Waldwinter
Ich lachte laut auf.

Mochten sie hundert Boten senden, sie wĂŒrden mich nicht finden; mochten sie tausend Briefe hinter mir herschicken, sie wĂŒrden mich nicht erreichen. Der elektrische Funke selbst wĂŒrde mich nicht einholen.

"'s geht a bissel sachte – der Fuchs is gutt – aber der Weg is halt ziemlich miserabel."

"Es geht großartig, Herr – Herr –"

"Herr Sternitzke Franze!"

"Richtig! Herr Sternitzke! Ich hatt's schon wieder vergessen. Es geht großartig, Herr Sternitzke!"

Und weiter ging die Flucht mit einer Geschwindigkeit von drei Kilometern pro Stunde. Von Minute zu Minute wuchs meine Sicherheit und damit meine Freude. Herr Sternitzke in meiner kleinen Droschke rauchte …
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