Weihnachtsromane

Endlich ist sie wieder da: die Weihnachtszeit mit all ihren lieblichen Facetten. Das Fest der Liebe bietet Gelegenheit fĂŒr so viele tolle Dinge. Wie wĂ€re es z. B. mit einem schönen Weihnachtsroman?

Die freien Tage um Weihnachten herum können zu unvergesslichen Stunden fĂŒhren und so manche Kinderaugen werden in dieser Zeit alljĂ€hrlich zum Strahlen gebracht. DafĂŒr verfallen wir im Vorfeld des Festes leider allzu oft in den allseits bekannten Weihnachtsstress, und das obwohl Besinnlichkeit eigentlich nicht zwischen den Regalen im Shopping-Center zu finden ist.
Um Euch dennoch auf festliche Stunden voller warmherziger Zuneigung einzustimmen, haben wir einige alte Weihnachtsromane gesammelt. Darunter sind Romane von bekannten Autoren wie Charles Dickens ("Der Weihnachtsabend") oder von Frances Hodgson Burnett, der mit "Der kleine Lord" einen Bestseller schrieb, der auch im Jahr 2023 noch gerne gelesen wird.
Genau solche Weihnachtsromane sind es, die ein GefĂŒhl von Nostalgie in uns auslösen können und uns neue TĂŒren öffnen. Beim Lesen werden wir unwiderruflich in unsere eigene Kindheit zurĂŒckversetzt. Dadurch schaffen es solche Werke schnell, ein wohliges GefĂŒhl in uns auszulösen, das wir alle so sehr brauchen und genießen.
Also lehnt Euch zurĂŒck und lasst die Erinnerungen auf Euch wirken, die unsere Weihnachtsromane hervorrufen werden.

Weihnachtsromane

Diese weihnachtlichen Romane stehen Euch zur VerfĂŒgung:

Weihnachtsabend
Es begab sich an einem kalten und stĂŒrmischen Dezemberabende des vergangenen Jahres, daß tief im untersten Grunde eines mĂ€chtigen fĂŒnfstöckigen Hauses, welches im comfortabelsten Theile der Stadt, dicht an der schönsten und vornehmsten Straße steht, ein fleißiges junges Ehepaar emsig arbeitend beisammen saß, als es beinahe Mitternacht schlagen wollte. Dies fleißige PĂ€rchen gehörte zu der bedeutenden Zahl moderner Troglodyten in den großen TummelplĂ€tzen der menschlichen Gesellschaft, die ihre Parias nicht allein fĂŒnf oder sechs halsbrechende Treppen hoch in Dachwinkeln und Bodenkammern unterbringt, sondern sie auch tief in den Schoß der mĂŒtterlichen Erde hinabsteigen lĂ€ĂŸt, um allda zwischen feuchten, dumpfigen Mauern zu …weiter lesen

Autor: Theodor MĂŒgge

Der Vorabend des Weihnachtsfestes
Was ist's, das in den Tagen des Advents, wenn die StĂŒrme des Dezembers unfreundlich wĂŒthen, und schaurig dunkle Wolken keinem Sonnenblicke den Durchgang verstatten, dennoch die GemĂŒther der Menschen heiter stimmt und alle hĂ€uslichen Interessen in regerem Leben durch einander treibt? Wo liegt der Grund der frohen Erwartung, die man nicht nur in den holdseligen Gesichtern der muntern Kinderschaar abgezeichnet sieht, die sich auch in den ZĂŒgen Ă€lterer Personen, oft mit einer sanften Wehmuth vermischt, so sichtbar zeigt? Und warum werfen die Lichter des Weihnachtsfestes einen so wohlthĂ€tigen Schimmer auf die dunkle Erde, daß ihr Glanz die dĂŒstern Schatten der NĂ€chte durchdringt, die in diesem Theile des Jahres beinahe dem Tage nicht …weiter lesen

Autor: Anna Rothpletz

Die falschen WeihnachtsbÀume
Auf unsrer Insel gab es wenig BĂ€ume. So wenig, daß das Brennholz weither ĂŒber das Wasser geholt werden mußte, und daß viele der Inselbewohner niemals einen Wald gesehen hatten. Auch die TannenbĂ€ume waren ein seltner Artikel, was uns als Kinder immer sehr aufregte. Denn wenn es gegen die Weihnachtszeit ging, tauchten immer wieder die Zweifel auf, ob wir wohl einen wirklichen oder einen falschen Tannenbaum am heiligen Abend bekĂ€men. Einen wirklichen Tannenbaum, der im Walde gewachsen war, und in dessen Zweigen die Vögel gesungen hatten, oder einen falschen, der in der Werkstatt des Meister Ahrens das Licht der Welt erblickt hatte.

Meister Ahrens war unser Tischler. Er sah alt aus und hatte einen sehr kahlen Kopf, aber wir hatten …weiter lesen

Autor: Charlotte Niese

Mein Freund Kaspar
Draußen lag der dichte Schnee auf den Bergen und den dunkeln DĂ€chern der kleinen rheinischen Stadt. In Scharen kamen die Vögel des Waldes, um in der NĂ€he menschlicher Wohnungen Schutz vor dem grausamen Hungertode zu suchen. In dem großen, von Mauern umgebenen Hofraum unseres Hauses hatte ich mir ein FutterplĂ€tzchen eingerichtet, und Spatzen, Rotkehlchen, Meisen warteten in den FrĂŒhstunden des Tages schon lange auf mich, um dann mein Erscheinen mit vielstimmigem Freudengezwitscher zu begrĂŒĂŸen, und tĂ€glich erhielt ich mehr Zuspruch; sogar die großen KrĂ€hen scheuten sich nicht, schwerfĂ€llig in den Hof zu fliegen, um auch ihr Teil zu erhalten.

Es war ein kalter Januarmorgen, und lebhaft ging es auf meinem Futterplatze zu, wo …weiter lesen

Autor: Charlotte Niese

Waldwinter
Ich lachte laut auf.

Mochten sie hundert Boten senden, sie wĂŒrden mich nicht finden; mochten sie tausend Briefe hinter mir herschicken, sie wĂŒrden mich nicht erreichen. Der elektrische Funke selbst wĂŒrde mich nicht einholen.

"'s geht a bissel sachte – der Fuchs is gutt – aber der Weg is halt ziemlich miserabel."

"Es geht großartig, Herr – Herr –"

"Herr Sternitzke Franze!"

"Richtig! Herr Sternitzke! Ich hatt's schon wieder vergessen. Es geht großartig, Herr Sternitzke!"

Und weiter ging die Flucht mit einer Geschwindigkeit von drei Kilometern pro Stunde. Von Minute zu Minute wuchs meine Sicherheit und damit meine Freude. Herr Sternitzke in meiner kleinen Droschke rauchte …weiter lesen

Autor: Paul Keller

HeimwÀrts
In dem Augenblick, als ich die TĂŒr des Direktionszimmers hinter mir schloß, wußte ich, daß ich noch denselben Abend nach Paris reisen mußte.

Es war ein großer Fehler von mir, daß ich Jensen gegenĂŒber Schaeffers Namen genannt hatte. Sein hastiger Blick ĂŒber die Brille hinweg brannte mir noch im Gesicht. Ich hatte mich nicht mehr decken können, und wir konstatierten im selben Atemzuge, daß ich mir eine BlĂ¶ĂŸe gegeben, und daß ich wußte, er habe meine BlĂ¶ĂŸe gesehen.

Ich lĂ€chelte ihm, den ich "geschaffen" hatte, meine Verachtung ins Gesicht. Er preßte die Lippen zusammen, und wir dachten beide an jenen Dezembernachmittag vor sieben Jahren, als er zu mir ins Kontor kam und um meine Hilfe bat. Ich wußte, daß …weiter lesen

Autor: Laurids Bruun

Pommerles Jugendzeit
FĂŒr den schönen Herbstnachmittag war von acht SchĂŒlerinnen der vierten Klasse die Verabredung getroffen worden, am zeitigen Nachmittag in den Wald zu gehen, um Herbstblumen zu pflĂŒcken. Man hatte gehört, daß morgen der Klassenlehrer Seiffert seinen Geburtstag feierte, deshalb wollten einige der SchĂŒlerinnen ihm einen hĂŒbschen Blumenstrauß bringen. SelbstverstĂ€ndlich hatte sich die kleine Hanna Ströde, die man in Hirschberg unter dem Namen Pommerle gut kannte, ebenfalls bereit erklĂ€rt, mitzugehen. Der Lehrer Seiffert wußte immer gar schöne Geschichten zu erzĂ€hlen und wurde deshalb von Pommerle schwĂ€rmerisch verehrt.

Die Pflegeeltern des kleinen MĂ€dchens hatten nichts dagegen, obwohl Frau Professor Bender sorgenvoll zum …weiter lesen

Autor: Magda Trott

Am See und im Schnee
Braunsberg und Wildingshagen sind zwei RittergĂŒter, die in einer der fruchtbarsten Gegenden von Norddeutschland nicht weit voneinander entfernt liegen. Vor Jahren lebten daselbst zwei Gutsbesitzer von einerlei Gesinnung und Neigung; sie hielten gute Freundschaft miteinander, unterstĂŒtzten sich gegenseitig mit Rat und Tat und waren eifrig bemĂŒht, einer dem andern den guten Rotwein auszutrinken, der reichlich in ihren Kellern lagerte. Dies freundschaftliche VerhĂ€ltnis schien sich bei den Ă€ltesten Söhnen, die zur Übernahme der GĂŒter bestimmt waren, fortsetzen zu wollen. Sie besuchten in einer benachbarten Stadt das Gymnasium, durchsaßen fast nebeneinander in langsamem Tempo die Klassen und kamen beide glĂŒcklich genau an derselben …weiter lesen

Autor: Heinrich Seidel

Der kleine Lord
Erstes Kapitel
Eine große Überraschung

Cedrik selbst wußte kein Sterbenswörtchen davon, nie war etwas Derartiges in seiner Gegenwart auch nur erwĂ€hnt worden. Daß sein Papa ein EnglĂ€nder gewesen, wußte er, weil seine Mama ihm das gesagt hatte, aber dann war dieser Papa gestorben, als er noch ein ganz kleiner Junge gewesen, und ihm war von demselben nicht viel mehr in Erinnerung geblieben, als daß er eine hohe Gestalt und blaue Augen und einen langen, schönen Schnurrbart gehabt und daß es herrlich gewesen, auf seinen Schultern in der Stube herumzureiten. Nach des Vaters Tode hatte Cedrik dann die Entdeckung gemacht, daß es am allerbesten sei, mit der Mama gar nicht von ihm zu sprechen. Als der Papa erkrankte, war Cedrik …weiter lesen

Autor: Frances Hodgson Burnett

Der Weihnachtsabend
Erstes Kapitel
Marley’s Geist

Marley war todt, damit wollen wir anfangen. Ein Zweifel darĂŒber kann nicht stattfinden. Der Schein ĂŒber seine Bestattung wurde von dem Geistlichen, dem KĂŒster, dem Leichenbesorger und den vornehmsten Leidtragenden unterschrieben. Scrooge unterschrieb ihn und Scrooge’s Name wurde auf der Börse respektirt, wo er ihn nur hinschrieb. Der alte Marley war so todt wie ein ThĂŒrnagel.

Merkt wohl auf! Ich will nicht etwa sagen, daß ein ThĂŒrnagel etwas besonders Todtes fĂŒr mich hĂ€tte. Ich selbst möchte fast zu der Meinung geneigt sein, ein Sargnagel sei das todteste StĂŒck Eisenwerk auf der Welt. Aber die Weisheit unsrer Altvordern liegt in dem Gleichnisse und meine unheiligen HĂ€nde sollen sie dort …weiter lesen

Autor: Charles Dickens

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