Weihnachtsromane

Endlich ist sie wieder da: die Weihnachtszeit mit all ihren lieblichen Facetten. Das Fest der Liebe bietet Gelegenheit f├╝r so viele tolle Dinge. Wie w├Ąre es z. B. mit einem sch├Ânen Weihnachtsroman?

Die freien Tage um Weihnachten herum k├Ânnen zu unvergesslichen Stunden f├╝hren und so manche Kinderaugen werden in dieser Zeit allj├Ąhrlich zum Strahlen gebracht. Daf├╝r verfallen wir im Vorfeld des Festes leider allzu oft in den allseits bekannten Weihnachtsstress, und das obwohl Besinnlichkeit eigentlich nicht zwischen den Regalen im Shopping-Center zu finden ist.
Um Euch dennoch auf festliche Stunden voller warmherziger Zuneigung einzustimmen, haben wir einige alte Weihnachtsromane gesammelt. Darunter sind Romane von bekannten Autoren wie Charles Dickens ("Der Weihnachtsabend") oder von Frances Hodgson Burnett, der mit "Der kleine Lord" einen Bestseller schrieb, der auch im Jahr 2021 noch gerne gelesen wird.
Genau solche Weihnachtsromane sind es, die ein Gef├╝hl von Nostalgie in uns ausl├Âsen k├Ânnen und uns neue T├╝ren ├Âffnen. Beim Lesen werden wir unwiderruflich in unsere eigene Kindheit zur├╝ckversetzt. Dadurch schaffen es solche Werke schnell, ein wohliges Gef├╝hl in uns auszul├Âsen, das wir alle so sehr brauchen und genie├čen.
Also lehnt Euch zur├╝ck und lasst die Erinnerungen auf Euch wirken, die unsere Weihnachtsromane hervorrufen werden.

Weihnachtsromane

Diese weihnachtlichen Romane stehen Euch zur Verf├╝gung:

Weihnachtsabend
Es begab sich an einem kalten und st├╝rmischen Dezemberabende des vergangenen Jahres, da├č tief im untersten Grunde eines m├Ąchtigen f├╝nfst├Âckigen Hauses, welches im comfortabelsten Theile der Stadt, dicht an der sch├Ânsten und vornehmsten Stra├če steht, ein flei├čiges junges Ehepaar emsig arbeitend beisammen sa├č, als es beinahe Mitternacht schlagen wollte. Dies flei├čige P├Ąrchen geh├Ârte zu der bedeutenden Zahl moderner Troglodyten in den gro├čen Tummelpl├Ątzen der menschlichen Gesellschaft, die ihre Parias nicht allein f├╝nf oder sechs halsbrechende Treppen hoch in Dachwinkeln und Bodenkammern unterbringt, sondern sie auch tief in den Scho├č der m├╝tterlichen Erde hinabsteigen l├Ą├čt, um allda zwischen feuchten, dumpfigen Mauern zu …weiter lesen

Autor: Theodor M├╝gge

Der Vorabend des Weihnachtsfestes
Was ist's, das in den Tagen des Advents, wenn die St├╝rme des Dezembers unfreundlich w├╝then, und schaurig dunkle Wolken keinem Sonnenblicke den Durchgang verstatten, dennoch die Gem├╝ther der Menschen heiter stimmt und alle h├Ąuslichen Interessen in regerem Leben durch einander treibt? Wo liegt der Grund der frohen Erwartung, die man nicht nur in den holdseligen Gesichtern der muntern Kinderschaar abgezeichnet sieht, die sich auch in den Z├╝gen ├Ąlterer Personen, oft mit einer sanften Wehmuth vermischt, so sichtbar zeigt? Und warum werfen die Lichter des Weihnachtsfestes einen so wohlth├Ątigen Schimmer auf die dunkle Erde, da├č ihr Glanz die d├╝stern Schatten der N├Ąchte durchdringt, die in diesem Theile des Jahres beinahe dem Tage nicht …weiter lesen

Autor: Anna Rothpletz

Die falschen Weihnachtsb├Ąume
Auf unsrer Insel gab es wenig B├Ąume. So wenig, da├č das Brennholz weither ├╝ber das Wasser geholt werden mu├čte, und da├č viele der Inselbewohner niemals einen Wald gesehen hatten. Auch die Tannenb├Ąume waren ein seltner Artikel, was uns als Kinder immer sehr aufregte. Denn wenn es gegen die Weihnachtszeit ging, tauchten immer wieder die Zweifel auf, ob wir wohl einen wirklichen oder einen falschen Tannenbaum am heiligen Abend bek├Ąmen. Einen wirklichen Tannenbaum, der im Walde gewachsen war, und in dessen Zweigen die V├Âgel gesungen hatten, oder einen falschen, der in der Werkstatt des Meister Ahrens das Licht der Welt erblickt hatte.

Meister Ahrens war unser Tischler. Er sah alt aus und hatte einen sehr kahlen Kopf, aber wir hatten …weiter lesen

Autor: Charlotte Niese

Mein Freund Kaspar
Drau├čen lag der dichte Schnee auf den Bergen und den dunkeln D├Ąchern der kleinen rheinischen Stadt. In Scharen kamen die V├Âgel des Waldes, um in der N├Ąhe menschlicher Wohnungen Schutz vor dem grausamen Hungertode zu suchen. In dem gro├čen, von Mauern umgebenen Hofraum unseres Hauses hatte ich mir ein Futterpl├Ątzchen eingerichtet, und Spatzen, Rotkehlchen, Meisen warteten in den Fr├╝hstunden des Tages schon lange auf mich, um dann mein Erscheinen mit vielstimmigem Freudengezwitscher zu begr├╝├čen, und t├Ąglich erhielt ich mehr Zuspruch; sogar die gro├čen Kr├Ąhen scheuten sich nicht, schwerf├Ąllig in den Hof zu fliegen, um auch ihr Teil zu erhalten.

Es war ein kalter Januarmorgen, und lebhaft ging es auf meinem Futterplatze zu, wo …weiter lesen

Autor: Charlotte Niese

Waldwinter
Ich lachte laut auf.

Mochten sie hundert Boten senden, sie w├╝rden mich nicht finden; mochten sie tausend Briefe hinter mir herschicken, sie w├╝rden mich nicht erreichen. Der elektrische Funke selbst w├╝rde mich nicht einholen.

"'s geht a bissel sachte ÔÇô der Fuchs is gutt ÔÇô aber der Weg is halt ziemlich miserabel."

"Es geht gro├čartig, Herr ÔÇô Herr ÔÇô"

"Herr Sternitzke Franze!"

"Richtig! Herr Sternitzke! Ich hatt's schon wieder vergessen. Es geht gro├čartig, Herr Sternitzke!"

Und weiter ging die Flucht mit einer Geschwindigkeit von drei Kilometern pro Stunde. Von Minute zu Minute wuchs meine Sicherheit und damit meine Freude. Herr Sternitzke in meiner kleinen Droschke rauchte …weiter lesen

Autor: Paul Keller

Heimw├Ąrts
In dem Augenblick, als ich die T├╝r des Direktionszimmers hinter mir schlo├č, wu├čte ich, da├č ich noch denselben Abend nach Paris reisen mu├čte.

Es war ein gro├čer Fehler von mir, da├č ich Jensen gegen├╝ber Schaeffers Namen genannt hatte. Sein hastiger Blick ├╝ber die Brille hinweg brannte mir noch im Gesicht. Ich hatte mich nicht mehr decken k├Ânnen, und wir konstatierten im selben Atemzuge, da├č ich mir eine Bl├Â├če gegeben, und da├č ich wu├čte, er habe meine Bl├Â├če gesehen.

Ich l├Ąchelte ihm, den ich "geschaffen" hatte, meine Verachtung ins Gesicht. Er pre├čte die Lippen zusammen, und wir dachten beide an jenen Dezembernachmittag vor sieben Jahren, als er zu mir ins Kontor kam und um meine Hilfe bat. Ich wu├čte, da├č …weiter lesen

Autor: Laurids Bruun

Pommerles Jugendzeit
F├╝r den sch├Ânen Herbstnachmittag war von acht Sch├╝lerinnen der vierten Klasse die Verabredung getroffen worden, am zeitigen Nachmittag in den Wald zu gehen, um Herbstblumen zu pfl├╝cken. Man hatte geh├Ârt, da├č morgen der Klassenlehrer Seiffert seinen Geburtstag feierte, deshalb wollten einige der Sch├╝lerinnen ihm einen h├╝bschen Blumenstrau├č bringen. Selbstverst├Ąndlich hatte sich die kleine Hanna Str├Âde, die man in Hirschberg unter dem Namen Pommerle gut kannte, ebenfalls bereit erkl├Ąrt, mitzugehen. Der Lehrer Seiffert wu├čte immer gar sch├Âne Geschichten zu erz├Ąhlen und wurde deshalb von Pommerle schw├Ąrmerisch verehrt.

Die Pflegeeltern des kleinen M├Ądchens hatten nichts dagegen, obwohl Frau Professor Bender sorgenvoll zum …weiter lesen

Autor: Magda Trott

Am See und im Schnee
Braunsberg und Wildingshagen sind zwei Ritterg├╝ter, die in einer der fruchtbarsten Gegenden von Norddeutschland nicht weit voneinander entfernt liegen. Vor Jahren lebten daselbst zwei Gutsbesitzer von einerlei Gesinnung und Neigung; sie hielten gute Freundschaft miteinander, unterst├╝tzten sich gegenseitig mit Rat und Tat und waren eifrig bem├╝ht, einer dem andern den guten Rotwein auszutrinken, der reichlich in ihren Kellern lagerte. Dies freundschaftliche Verh├Ąltnis schien sich bei den ├Ąltesten S├Âhnen, die zur ├ťbernahme der G├╝ter bestimmt waren, fortsetzen zu wollen. Sie besuchten in einer benachbarten Stadt das Gymnasium, durchsa├čen fast nebeneinander in langsamem Tempo die Klassen und kamen beide gl├╝cklich genau an derselben …weiter lesen

Autor: Heinrich Seidel

Der kleine Lord
Erstes Kapitel
Eine gro├če ├ťberraschung

Cedrik selbst wu├čte kein Sterbensw├Ârtchen davon, nie war etwas Derartiges in seiner Gegenwart auch nur erw├Ąhnt worden. Da├č sein Papa ein Engl├Ąnder gewesen, wu├čte er, weil seine Mama ihm das gesagt hatte, aber dann war dieser Papa gestorben, als er noch ein ganz kleiner Junge gewesen, und ihm war von demselben nicht viel mehr in Erinnerung geblieben, als da├č er eine hohe Gestalt und blaue Augen und einen langen, sch├Ânen Schnurrbart gehabt und da├č es herrlich gewesen, auf seinen Schultern in der Stube herumzureiten. Nach des Vaters Tode hatte Cedrik dann die Entdeckung gemacht, da├č es am allerbesten sei, mit der Mama gar nicht von ihm zu sprechen. Als der Papa erkrankte, war Cedrik …weiter lesen

Autor: Frances Hodgson Burnett

Der Weihnachtsabend
Erstes Kapitel
MarleyÔÇÖs Geist

Marley war todt, damit wollen wir anfangen. Ein Zweifel dar├╝ber kann nicht stattfinden. Der Schein ├╝ber seine Bestattung wurde von dem Geistlichen, dem K├╝ster, dem Leichenbesorger und den vornehmsten Leidtragenden unterschrieben. Scrooge unterschrieb ihn und ScroogeÔÇÖs Name wurde auf der B├Ârse respektirt, wo er ihn nur hinschrieb. Der alte Marley war so todt wie ein Th├╝rnagel.

Merkt wohl auf! Ich will nicht etwa sagen, da├č ein Th├╝rnagel etwas besonders Todtes f├╝r mich h├Ątte. Ich selbst m├Âchte fast zu der Meinung geneigt sein, ein Sargnagel sei das todteste St├╝ck Eisenwerk auf der Welt. Aber die Weisheit unsrer Altvordern liegt in dem Gleichnisse und meine unheiligen H├Ąnde sollen sie dort …weiter lesen

Autor: Charles Dickens

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