Nikolausgeschichten
Weihnachten ist das mit Abstand beliebteste Fest im Jahr. Wer mag es nicht, wenn der Geruch von Zimt und frischgebackenen Keksen in der Luft liegt? Jeder freut sich ĂŒber Liebe und Zuneigung, von denen wir in der Weihnachtszeit oft ĂŒberwĂ€ltigt werden. Gerade fĂŒr Kinder ist die Vorweihnachtszeit besonders schön, da die Freude auf den Heiligen Abend immer gröĂer wird und zwischendrin auch noch der Nikolaus sein Stelldichein gibt.
Mit dem Nikolaustag - dem 6. Dezember - beginnt fĂŒr viele offiziell die Weihnachtszeit. Daher ist der Nikolaus ein ganz zentrales Element der Vorweihnachtszeit. Die Kinder bekommen an diesem Tag einen Vorgeschmack auf den nahenden Weihnachtsabend und dĂŒrfen bereits die ersten kleinen Geschenke öffnen.
Jede Menge Legenden, MĂ€rchen und Geschichten ranken sich um Sankt Nikolaus - der genau wie der Weihnachtsmann mit einem roten Mantel, einem weiĂen Bart und einem Sack voller Geschenke daherkommt. Der Geschichtenvielfalt rund um den heiligen Nikolaus möchten wir an dieser Stelle Tribut zollen. Daher haben wir einige Nikolausgeschichten und Nikolauslegenden gesammelt, die wir Euch im Folgenden prĂ€sentieren.
WÀhrend sich einige Geschichten mit dem Hintergrund des Nikolausfestes beschÀftigen, scheinen andere ErzÀhlungen aktueller denn je zu sein. Dadurch kann sich jeder wiederfinden und sich perfekt auf die Weihnachtszeit einstimmen, in der es so viel Schönes zu erleben gibt.
Inhaltsverzeichnis
- Nikolausgeschichten & Nikolauslegenden
- Der historische Nikolaus von Myra
- NikolausbrÀuche in verschiedenen LÀndern
- Nikolausgeschichten in der Kindererziehung
- Nikolaus versus Weihnachtsmann: Wichtige Unterschiede
- Nikolausgeschichten wirkungsvoll erzÀhlen
- Eigene Nikolaustraditionen entwickeln

Nikolausgeschichten & Nikolauslegenden
Nikolause
Autor: Sophie Reinheimer
Es war Niklausabend-Tag, und soeben hatte der BĂ€cker ein groĂes Kuchenblech voll frischgebackener Nikolause aus dem Ofen gezogen.
Die Augen standen ihnen - dass Gott erbarm! - so dick wie Froschaugen aus dem Kopfe heraus. Eine Nase hatte der BĂ€cker ĂŒberhaupt fĂŒr ĂŒberflĂŒssig gehalten - auch Ohren. Der Mund aber saĂ dem einen rechts - dem andern links, und hatte eine
verzweifelte Ăhnlichkeit mit den Westenknöpfen.
Von den Armen und Beinen gar nicht zu reden! Was kĂŒmmerten die den BĂ€cker? Er hatte ja alle seine vier Glieder - und nicht zu knapp! Die Nikolause, die wĂŒrde er auf alle FĂ€lle verkaufen, ob sie nun wulstige oder spindeldĂŒrre Arme - gerade Beine oder nur zwei zugespitzte Klumpen hatten.
Zuerst waren nun die …weiter lesen
Die Geschichte vom KrÀutchen Eigensinn
Autor: Luise BĂŒchner
Der kleine Georg war trotz der schönen ErzÀhlungen der Tante beim Schlafengehen sehr unartig und sehr eigensinnig gewesen, da sagte ihm die Mama: "Nimm Dich nur in Acht, sonst bringt Dir der Nikolaus zu Weihnachten eine Rute vom KrÀutchen Eigensinn!"
Als nun die Kinder am andern Abend wieder bei der Tante saĂen, da sagte Mathildchen: "Liebe Tante, erklĂ€re mir doch, was eine Rute vom KrĂ€utchen Eigensinn ist." Der Georg saĂ bei dieser Frage mĂ€uschenstill und guckte mit den groĂen, blauen Augen auf seine Schuhe, als ob er sie noch nie gesehen hĂ€tte, die Tante aber antwortete: "Das sind die allergefĂ€hrlichsten Ruten, die es gibt, um die darf das gute Christkind keine roten BĂ€nder und kein Flittergold …weiter lesen
Die Geschichte vom Knecht Nikolaus
Autor: Luise BĂŒchner
So war nun also das Christkindlein da und wurde von Frau Holle und den Engelein mit der gröĂten ZĂ€rtlichkeit gepflegt. Waren sie vorher fleiĂig gewesen, so wurde sie es jetzt noch viel mehr. Den ganzen Tag arbeiten sie fĂŒr das Kind, das mit erstaunlicher Schnelle heranwuchs, im FrĂŒhjahr bereits sprechen und laufen konnte und als der Sommer herum gegangen, schon fast so groĂ war, wie die MĂ€gdlein drunten im Tal, wenn sie das erste Mal zum Tanz unter die Linde gehen. Die Engelein fingen Sonnen- und Mondesstrahlen, haschten die Morgennebel und die feinsten Spinnwebe, die zu finden waren. Daraus fertigten sie Christkindskleider und einen langen, faltigen Schleier, den sie mit glĂ€nzenden Tautropfen bestickten. - Je mehr das Christkind …weiter lesen
Die Geschichte vom Christkind und Nikolaus
Autor: Luise BĂŒchner
Nun war die gute Frau Holle froh, denn jetzt hatte sie einen Knecht fĂŒr ihr Christkindchen gefunden, und zugleich einen Gehilfen fĂŒr die Menge von GeschĂ€ften, die es auf Weihnachten gibt. Zuerst machte sie nun mit den Engelchen zwei wunderschöne Körbe fĂŒr den Esel, die wurden aus feinem Stroh geflochten und mit blauen und roten SeidenbĂ€ndern verziert. Dann holten sie aus der Stadt vom Gerber schönes rotes Leder, davon nĂ€hten sie einen Sattel und Zaum und rings herum wurden silberne Glöckchen gesetzt, so dass es immer leise klingelte, wenn das Eselchen sich bewegte. Dem Grauchen gefiel es sehr wohl in dem schönen Stall bei den zwei weiĂen KĂŒhen und bald hatte es das Christkind fast noch lieber als den Nikolaus, denn es brachte …weiter lesen
Die Geschichte von dem kleinen naseweisen MĂ€dchen
Autor: Luise BĂŒchner
Dem Mathildchen ward die Zeit bis zum Weihnachtsabend gar zu lang; es hatte nirgends mehr Ruhe und Rast, nur so lange die Tante erzĂ€hlte, blieb es ruhig auf seinem StĂŒhlchen sitzen. Wo eine Schublade oder eine SchranktĂŒre aufgemacht wurde, hatte es blitzschnell den kleinen Blondkopf dazwischen und lauschend und horchend stand es hinter allen StubentĂŒren. Es knisterte und rumorte aber auch gar verfĂŒhrerisch im Hause herum und fĂŒr die Nase gab es jeden Augenblick ein neues Bedenken. Bald roch es so sĂŒĂ und gewĂŒrzreich, dann wieder nach feuchtem Moos und Tannenharz, oder auch nach ausgeblasenen Wachskerzen. Mir einem Wort, das ganze Haus war erfĂŒllt mit dem wunderbaren, unbeschreiblichen Weihnachtsgeruch, dem zu Liebe die Kinder sich …weiter lesen
Die drei armen MĂ€dchen
Autor: unbekannt
Als Nikolaus noch sehr jung war, lebte er in einem schönen Haus mit groĂem Garten ganz allein. Seine Eltern waren schon sehr frĂŒh gestorben. In der NĂ€he stand ein altes, nicht mehr so schönes Haus. Darin wohnte ein Mann mit seinen drei Töchtern. Eines Tages, als Nikolaus an dem Haus vorbeiging hörte er wie der Vater zu seinen drei Töchtern sagte: "Ich weiĂ, dass jede von Euch einen Freund hat. Ihr könnt aber nicht heiraten, weil ich kein Geld mehr habe. Ihr wisst ja, dass wir frĂŒher ein rechtes Vermögen hatten. Leider haben wir durch schlechte GeschĂ€fte und RĂ€uber alles verloren." Da sagte die jĂŒngste Tochter: "Vater, du kannst ja mich als Sklavin oder Dienstmagd verkaufen, dann können wenigstens meine …weiter lesen
Warum der Nikolaus jedes Jahr zu uns kommt
Autor: unbekannt
Es waren einmal drei Kinder, die waren arm. Zusammen mit ihren Eltern lebten sie recht und schlecht in einem HĂ€uschen in der groĂen Stadt Myra, in der Tuerkei. Als aber ihre Mutter gestorben war und danach der Vater so krank wurde, daĂ er im Bett bleiben muĂte und nicht mehr arbeiten und Geld verdienen konnte, da hatten sie nichts mehr zu essen und nichts mehr, was sie drauĂen anziehen konnten. Dabei war es Winter und bitter kalt geworden.
"Lieber Gott, hilf uns!" beteten sie wie immer an einem Abend zusammen mit ihrem Vater, als sie hungrig zu Bett gingen.
SpĂ€t am Abend hörten sie aber ein seltsames GerĂ€usch vor der TĂŒr. Und als sie hinausliefen, stand vor der TĂŒr ein riesiger Sack, prall gefĂŒllt bis oben hin. …weiter lesen
Der historische Nikolaus von Myra
Hinter den zahllosen Geschichten und Legenden steht eine historische Figur, deren Leben und Wirken die Grundlage fĂŒr die Nikolausverehrung bildet. Ein VerstĂ€ndnis dieser historischen Wurzeln bereichert die heutigen Nikolausgeschichten und verleiht ihnen zusĂ€tzliche Tiefe.
Leben im 4. Jahrhundert:
Nikolaus von Myra lebte vermutlich zwischen 270 und 343 nach Christus in der Stadt Myra in Lykien, im heutigen Antalya in der TĂŒrkei. Er stammte aus einer wohlhabenden christlichen Familie und wurde frĂŒh zum Priester geweiht, spĂ€ter zum Bischof von Myra ernannt. Seine Lebenszeit fiel in eine Epoche groĂer UmbrĂŒche fĂŒr das Christentum - von Verfolgung unter Kaiser Diokletian bis zur Anerkennung unter Konstantin dem GroĂen. Diese turbulenten Zeiten prĂ€gten seine Persönlichkeit und sein Wirken.
Kernelemente seiner Biografie:
Die historischen Quellen ĂŒber Nikolaus sind spĂ€rlich und vermischen sich frĂŒh mit legendenhaften ZĂŒgen. Gesichert scheint, dass er wĂ€hrend der Christenverfolgung inhaftiert war und spĂ€ter am Konzil von NicĂ€a teilnahm, wo grundlegende theologische Fragen geklĂ€rt wurden. Seine Rolle als Bischof umfasste nicht nur geistliche Aufgaben, sondern auch soziale Verantwortung fĂŒr die Gemeinde. In einer Zeit ohne staatliche Sozialsysteme waren Bischöfe oft die einzige Instanz, die sich um Arme, Kranke und BedĂŒrftige kĂŒmmerte.
Die bekanntesten Legenden und ihr Wahrheitsgehalt:
Mehrere Legenden haben sich um Nikolaus gebildet, die bis heute die Grundlage fĂŒr Nikolausgeschichten bilden. Die bekannteste erzĂ€hlt von drei armen Schwestern, denen Nikolaus heimlich GoldstĂŒcke zuwarf, damit sie nicht in die Prostitution verkauft werden mussten. Eine andere berichtet von drei zu Unrecht verurteilten MĂ€nnern, die er vor der Hinrichtung bewahrte. Wieder eine andere Geschichte erzĂ€hlt von seiner Rettung von Seeleuten in Seenot. Ob diese Begebenheiten historisch sind, lĂ€sst sich nicht mehr klĂ€ren, aber sie illustrieren die CharakterzĂŒge, fĂŒr die Nikolaus bekannt war: GroĂzĂŒgigkeit, Gerechtigkeit und Schutz der Schwachen.
Reliquien und Verehrung:
Nach seinem Tod wurde Nikolaus zunĂ€chst in Myra begraben, wo seine GrabstĂ€tte schnell zum Pilgerziel wurde. Im 11. Jahrhundert wurden seine Reliquien von italienischen Kaufleuten nach Bari gebracht, wo sie bis heute in der Basilika San Nicola ruhen. Diese Translatio fĂŒhrte zu einer enormen Verbreitung der Nikolausverehrung in Europa. Nikolaus wurde zum beliebtesten Heiligen des Mittelalters und ist bis heute einer der am meisten verehrten christlichen Heiligen weltweit.
Attribute und Ikonografie:
In der christlichen Kunst wird Nikolaus typischerweise als Bischof mit Mitra, Stab und Buch dargestellt. HĂ€ufig sind drei goldene Kugeln oder Ăpfel zu sehen, die auf die Legende der drei Jungfrauen verweisen. Manchmal werden auch drei Kinder in einem Bottich abgebildet, basierend auf einer Legende ĂŒber seine Wunderkraft. Diese ikonografischen Elemente finden sich bis heute in Nikolausdarstellungen, auch wenn sie im volkstĂŒmlichen Brauchtum oft vereinfacht oder sĂ€kularisiert wurden.
Vom Heiligen zur Geschenkfigur:
Die Transformation vom historischen Bischof zur Geschenkfigur vollzog sich ĂŒber Jahrhunderte. ZunĂ€chst wurde an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, seiner mit Almosen und Geschenken an Arme gedacht. Im Mittelalter entwickelte sich daraus der Brauch, dass Kinder kleine Gaben erhielten. Die Reformatoren versuchten, die Heiligenverehrung zurĂŒckzudrĂ€ngen, was teilweise zur Verlagerung der Geschenke auf Weihnachten fĂŒhrte. In katholischen Regionen blieb der Nikolaus jedoch die zentrale Geschenkfigur der Vorweihnachtszeit.
NikolausbrÀuche in verschiedenen LÀndern
Der Nikolaustag wird in vielen LÀndern gefeiert, doch die BrÀuche unterscheiden sich erheblich. Diese kulturelle Vielfalt zeigt, wie flexibel Traditionen sind und wie sie sich an lokale Gegebenheiten anpassen.
Deutschland und Ăsterreich:
In Deutschland kommt der Nikolaus traditionell am Abend des 5. oder am Morgen des 6. Dezember. Kinder stellen ihre geputzten Stiefel vor die TĂŒr, die ĂŒber Nacht mit NĂŒssen, Mandarinen, Schokolade und kleinen Geschenken gefĂŒllt werden. In manchen Regionen besucht der Nikolaus Familien persönlich, oft begleitet von Knecht Ruprecht oder dem Krampus. Diese Begleitfigur hat eine disziplinierende Funktion und fragt die Kinder, ob sie brav waren. In Ăsterreich, besonders in alpinen Regionen, sind die KrampuslĂ€ufe ein spektakulĂ€res Ereignis, bei dem als furchterregende Gestalten verkleidete Menschen durch die StraĂen ziehen.
Niederlande und Belgien:
In den Niederlanden ist Sinterklaas ein GroĂereignis. Der Heilige kommt bereits Mitte November mit dem Schiff aus Spanien und reitet auf seinem Schimmel durch die StraĂen, begleitet von seinen Helfern, den Zwarte Pieten. Diese Figur ist in den letzten Jahren kontrovers diskutiert worden wegen ihrer rassistischen Konnotationen, was zu Anpassungen der Tradition gefĂŒhrt hat. Kinder stellen ihre Schuhe am Kamin auf und legen Karotten fĂŒr das Pferd hinein. Am Abend des 5. Dezember, Pakjesavond, gibt es die groĂen Geschenke. Dieser Tag ist wichtiger als Weihnachten selbst.
Frankreich:
In Frankreich, besonders in den östlichen Regionen wie Lothringen und Elsass, ist Saint Nicolas ein wichtiger Feiertag. Die Tradition Ă€hnelt der deutschen, aber es gibt auch spezifisch französische Elemente. In Nancy findet eine groĂe Prozession zu Ehren des Heiligen statt. Die Legende des heiligen Nikolaus, der drei Kinder aus einem Salzfass rettete, in das sie von einem bösen Metzger gesteckt worden waren, ist in Frankreich besonders populĂ€r und wird in Liedern und Geschichten hĂ€ufig erzĂ€hlt.
Russland und Osteuropa:
In der russisch-orthodoxen Tradition wird Nikolaus am 19. Dezember gefeiert, entsprechend dem julianischen Kalender. Er ist einer der wichtigsten Heiligen und wird als WundertĂ€ter verehrt. Anders als im Westen ist er nicht primĂ€r mit Kindergeschenken verbunden, sondern mit Schutz und FĂŒrsprache. Viele orthodoxe Kirchen sind ihm geweiht. In Polen verbindet sich der Nikolaustag mit dem Brauch des Mikolajki, bei dem Kinder kleine Geschenke erhalten, Ă€hnlich wie in Deutschland.
Vereinigte Staaten:
In den USA hat sich Nikolaus zum Santa Claus entwickelt, der an Weihnachten kommt, nicht am 6. Dezember. Diese Figur ist stark kommerzialisiert und hat wenig mit dem historischen Heiligen zu tun. Die Transformation vollzog sich hauptsÀchlich im 19. Jahrhundert durch niederlÀndische Einwanderer und wurde durch Literatur wie Clement C. Moores Gedicht "A Visit from St. Nicholas" und spÀter durch Coca-Cola-Werbung geprÀgt. Der religiöse Hintergrund ist weitgehend verloren gegangen.
Griechenland und Zypern:
Als Ursprungsland der Nikolausverehrung hat Griechenland eigene Traditionen. Der Heilige ist besonders als Schutzpatron der Seefahrer verehrt. Viele Kirchen und Kapellen an der KĂŒste sind ihm geweiht. Am Nikolaustag werden Schiffe gesegnet, und Seeleute feiern ihren Patron. Die Geschenktradition ist hier weniger ausgeprĂ€gt, dafĂŒr steht die religiöse Verehrung im Vordergrund. In manchen Regionen werden spezielle Brote gebacken, die die Form eines Bischofs oder Schiffes haben.
Luxemburg:
In Luxemburg findet am Vorabend des Nikolaustages eine besondere Prozession statt, der LĂ©iffrĂ€chen. Kinder ziehen mit Laternen durch die StraĂen und singen Lieder zu Ehren des Heiligen. Diese Lichterprozession verbindet den Nikolaustag mit dem Thema Licht in der Dunkelheit, das fĂŒr die gesamte Adventszeit zentral ist. Der Nikolaus besucht Schulen und verteilt SĂŒĂigkeiten, traditionell gebackene MĂ€nnchen aus Hefeteig.
Nikolausgeschichten in der Kindererziehung
Nikolausgeschichten sind nicht nur Unterhaltung, sondern haben seit jeher auch eine pÀdagogische Funktion. Sie vermitteln Werte und soziale Normen, können aber auch problematisch sein, wenn sie falsch eingesetzt werden.
Prosoziales Verhalten fördern:
Die historischen Nikolauslegenden betonen GroĂzĂŒgigkeit, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit. Geschichten, die diese Tugenden illustrieren, können Kinder inspirieren, selbst hilfsbereiter zu sein. Wenn eine Geschichte erzĂ€hlt, wie Nikolaus einem armen Kind hilft, kann das Anlass sein, mit Kindern ĂŒber Armut zu sprechen und darĂŒber, wie auch sie helfen können. Wichtig ist dabei, dass die Moral nicht aufgezwungen, sondern durch die Geschichte selbst vermittelt wird. Kinder lernen am besten durch Identifikation mit Charakteren und deren Handlungen.
Empathie entwickeln:
Gute Nikolausgeschichten zeigen verschiedene Perspektiven. Sie erzĂ€hlen nicht nur vom groĂzĂŒgigen Geber, sondern auch vom EmpfĂ€nger, der in Not ist. Diese multiperspektivische Darstellung fördert Empathie - die FĂ€higkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Wenn Kinder verstehen, wie sich das arme MĂ€dchen fĂŒhlt, dem geholfen wird, oder wie dankbar die Eltern sind, entwickeln sie emotionales VerstĂ€ndnis fĂŒr andere Menschen und ihre Situationen.
Problematik von Belohnung und Bestrafung:
Traditionell wird der Nikolaus oft als Figur dargestellt, die brave Kinder belohnt und unartige bestraft oder zumindest ermahnt. Diese PĂ€dagogik ist heute umstritten. Moderne ErziehungsansĂ€tze betonen intrinsische Motivation statt externe Belohnung und Bestrafung. Wenn Kinder nur deshalb "brav" sind, weil sie Geschenke erwarten oder Strafe fĂŒrchten, lernen sie nicht, aus innerer Ăberzeugung richtig zu handeln. Moderne Nikolausgeschichten können hier einen anderen Weg gehen, indem sie zeigen, dass gutes Handeln seinen eigenen Wert hat, unabhĂ€ngig von Belohnung.
Angst versus Respekt:
Die traditionelle Krampusfigur und der strafende Nikolaus können Kindern Angst machen. WÀhrend manche argumentieren, dass ein gewisses Maà an Respekt vor AutoritÀten wichtig ist, warnen Psychologen davor, Angst als Erziehungsmittel einzusetzen. Kinder, die Angst haben, lernen nicht, aus Einsicht richtig zu handeln, sondern nur, Strafe zu vermeiden. Moderne AnsÀtze bevorzugen einen freundlichen Nikolaus, der ermutigt statt droht, der VerstÀndnis zeigt statt nur zu urteilen. Geschichten können diesen Wandel reflektieren und einen liebevollen, verstÀndnisvollen Nikolaus darstellen.
Materielle versus ideelle Werte:
Der Fokus auf Geschenke kann problematisch werden, wenn Kinder lernen, dass materielle GĂŒter das Wichtigste sind. Geschichten, die diesen Fokus verschieben, sind wertvoll. Sie können erzĂ€hlen, wie der Nikolaus Zeit schenkt statt Dinge, wie er jemandem zuhört oder wie seine Anwesenheit selbst das Geschenk ist. Solche Geschichten helfen Kindern zu verstehen, dass nicht alles Wertvolle kĂ€uflich ist und dass die wertvollsten Geschenke oft immaterielle sind: Aufmerksamkeit, Zuneigung, VerstĂ€ndnis.
Umgang mit EnttÀuschungen:
Nicht alle Kinder erhalten ĂŒppige Geschenke, und manche bekommen gar keine. Nikolausgeschichten können thematisieren, wie man mit EnttĂ€uschungen umgeht. Sie können zeigen, dass der Wert eines Menschen nicht davon abhĂ€ngt, was er bekommt, und dass es andere Formen von Reichtum gibt als materielle. Solche Geschichten sind besonders wichtig fĂŒr Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die Gefahr laufen, sich als weniger wertvoll zu empfinden, weil sie weniger besitzen.
Wahrheit und Fantasie:
Irgendwann fragen Kinder, ob der Nikolaus real ist. Der Umgang mit dieser Frage ist individuell, aber Geschichten können helfen, die Ăbergangsphase zu gestalten. Sie können zeigen, dass der Nikolaus als Idee real ist - die Idee von GroĂzĂŒgigkeit und NĂ€chstenliebe lebt in Menschen, die danach handeln. Geschichten ĂŒber "Helfer des Nikolaus" oder ĂŒber Menschen, die im Geist des Nikolaus handeln, können die BrĂŒcke zwischen kindlichem Glauben und reiferer Einsicht bilden.
Nikolaus versus Weihnachtsmann: Wichtige Unterschiede
Obwohl beide Figuren Ă€uĂerlich Ă€hnlich erscheinen und oft verwechselt werden, gibt es fundamentale Unterschiede zwischen dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann. Diese Unterschiede zu kennen, hilft bei der Auswahl und Interpretation von Geschichten.
Historische Wurzeln:
Der Nikolaus basiert auf einer historischen Person, einem Bischof des 4. Jahrhunderts. Der Weihnachtsmann hingegen ist eine moderne, weitgehend fiktionale Figur, die aus verschiedenen Traditionen zusammengesetzt wurde - dem niederlĂ€ndischen Sinterklaas, dem britischen Father Christmas, germanischen Vorstellungen und kommerziellen EinflĂŒssen. WĂ€hrend der Nikolaus eine ĂŒber 1700-jĂ€hrige Geschichte hat, ist der moderne Weihnachtsmann gröĂtenteils ein Produkt des 19. und 20. Jahrhunderts.
Religiöser Kontext:
Der Nikolaus ist ein Heiliger der christlichen Kirche, seine Verehrung ist religiös motiviert. Der Nikolaustag ist ein kirchlicher Gedenktag. Der Weihnachtsmann hingegen ist sĂ€kular, ohne religiösen Bezug. Diese Unterscheidung ist wichtig fĂŒr Familien, die Wert auf die religiöse Dimension legen. Nikolausgeschichten können christliche Werte und Glaubensinhalte vermitteln, wĂ€hrend Weihnachtsmanngeschichten typischerweise weltlich sind.
Zeitpunkt und Funktion:
Der Nikolaus kommt am 6. Dezember, der Weihnachtsmann an Heiligabend oder in der Weihnachtsnacht. Traditionell hat der Nikolaustag eine Vorbotenfunktion - er eröffnet die intensive Phase der Adventszeit und gibt Kindern einen Vorgeschmack auf Weihnachten. Der Weihnachtsmann ist mit dem Weihnachtsfest selbst verbunden. In Regionen, wo beide Figuren existieren, erfĂŒllen sie komplementĂ€re Rollen, was fĂŒr eine Streckung der festlichen Zeit sorgt.
Erscheinungsbild:
Obwohl beide oft mit rotem Mantel und weiĂem Bart dargestellt werden, gibt es subtile Unterschiede. Der traditionelle Nikolaus trĂ€gt bischöfliche GewĂ€nder - Mitra, Stab und Ornat. Der Weihnachtsmann hingegen trĂ€gt einen Mantel mit Pelzbesatz und eine ZipfelmĂŒtze. Der Nikolaus kommt zu FuĂ oder auf einem Esel, der Weihnachtsmann mit dem Rentierschlitten. Diese unterschiedliche Ikonografie reflektiert die verschiedenen UrsprĂŒnge und Bedeutungen der Figuren.
Begleitung:
Der Nikolaus wird oft von Knecht Ruprecht, dem Krampus oder anderen Begleitfiguren begleitet, die eine disziplinierende Funktion haben. Der Weihnachtsmann hat Elfen oder Wichtel als Helfer, die jedoch nicht strafend, sondern unterstĂŒtzend wirken. Diese Begleiter reflektieren unterschiedliche pĂ€dagogische AnsĂ€tze - der Nikolaus mit dem Konzept von Belohnung und Strafe, der Weihnachtsmann eher mit dem Konzept uneingeschrĂ€nkter Freude und GroĂzĂŒgigkeit.
Geografische Verbreitung:
Der Nikolaus ist vor allem in Europa verbreitet, besonders in katholisch geprĂ€gten Regionen. Der Weihnachtsmann dominiert in den USA, GroĂbritannien, Kanada und zunehmend auch in anderen Teilen der Welt durch kulturellen Export. Diese geografische Verteilung hĂ€ngt mit Migrationsmustern, religiöser Geschichte und kulturellem Austausch zusammen. In manchen LĂ€ndern konkurrieren beide Figuren, in anderen ist nur eine bekannt.
Kommerzielle Dimension:
Der Weihnachtsmann ist stark kommerzialisiert und wird extensiv in Werbung und Marketing eingesetzt. Seine Ikonografie wurde maĂgeblich durch Coca-Cola geprĂ€gt. Der Nikolaus ist weniger kommerziell vereinnahmt und behĂ€lt stĂ€rker seine traditionelle und religiöse Dimension. Diese unterschiedliche KommerzialitĂ€t beeinflusst auch die Art der Geschichten - Nikolausgeschichten tendieren zu traditionelleren Werten, Weihnachtsmanngeschichten sind oft konsumorientierter, obwohl es auch hier Ausnahmen gibt.
Nikolausgeschichten wirkungsvoll erzÀhlen
Die Art und Weise, wie eine Nikolausgeschichte erzĂ€hlt wird, beeinflusst ihre Wirkung erheblich. Besonders bei Geschichten fĂŒr Kinder kommt es auf die richtige Inszenierung an, um die Magie zu erhalten und gleichzeitig die Botschaft zu vermitteln.
Zeitpunkt wÀhlen:
Der ideale Zeitpunkt fĂŒr Nikolausgeschichten ist natĂŒrlich die Zeit um den 6. Dezember herum. Aber auch in den Tagen davor kann man bereits beginnen, die Vorfreude zu steigern. Manche Familien etablieren das Ritual, jeden Abend im Dezember bis zum Nikolaustag eine kurze Geschichte zu lesen. Der Abend des 5. Dezember, wenn die Stiefel geputzt und vor die TĂŒr gestellt werden, ist besonders atmosphĂ€risch. Die Spannung, ob der Nikolaus wohl kommt, macht Kinder besonders empfĂ€nglich fĂŒr Geschichten ĂŒber ihn.
AtmosphÀre gestalten:
Eine besondere AtmosphĂ€re verstĂ€rkt die Wirkung der Geschichte. Dimme das Licht und zĂŒnde Kerzen an. Vielleicht hast Du eine Nikolausfigur oder ein Bild, das Du wĂ€hrend des ErzĂ€hlens aufstellst. Manche Familien rĂ€uchern mit Weihrauch, was eine feierliche, sakrale AtmosphĂ€re schafft. Wenn Du die Geschichte im Zusammenhang mit dem Schuhputzen erzĂ€hlst, kann die TĂ€tigkeit selbst Teil des Rituals werden - wĂ€hrend die Kinder ihre Stiefel putzen, hören sie die Geschichte.
Stimme und Vortragsweise:
Nikolausgeschichten verlangen eine wĂŒrdevolle, aber warme Vortragsweise. Die Stimme sollte AutoritĂ€t ausstrahlen - schlieĂlich war Nikolaus ein Bischof - aber auch GĂŒte und VerstĂ€ndnis. Sprich langsamer als bei anderen Geschichten, das verleiht dem ErzĂ€hlten Gewicht. Bei Dialogen kannst Du verschiedene Stimmen verwenden, aber ĂŒbertreibe nicht ins Komische, es sei denn, die Geschichte ist explizit humorvoll. Pausen sind wichtig, besonders bei bedeutsamen Momenten - sie geben dem Zuhörer Zeit, das Gehörte zu verarbeiten.
Interaktive Elemente einbauen:
Besonders fĂŒr jĂŒngere Kinder kann es hilfreich sein, die Geschichte interaktiv zu gestalten. Stelle zwischendurch Fragen: Was glaubst Du, was jetzt passiert? Wie hĂ€tte die Person sich gefĂŒhlt? Was hĂ€ttest Du gemacht? Diese Fragen fördern aktives Zuhören und Nachdenken. Du kannst auch kleine Requisiten verwenden - einen Bischofsstab basteln, den Du wĂ€hrend der Geschichte hĂ€ltst, oder goldene Kugeln zeigen, die die GoldstĂŒcke aus der Legende darstellen.
Anpassung an das Alter:
FĂŒr Kleinkinder brauchst Du einfachere Versionen der Geschichten mit kĂŒrzeren SĂ€tzen und konkreteren Handlungen. Vermeide komplizierte historische HintergrĂŒnde oder theologische Dimensionen. FĂŒr Ă€ltere Kinder und Jugendliche kannst Du ausfĂŒhrlichere, komplexere Versionen wĂ€hlen, die auch Fragen nach Gerechtigkeit, sozialer Verantwortung oder historischer Einordnung aufwerfen. Teenager schĂ€tzen oft kritischere Perspektiven - Geschichten, die auch problematische Aspekte der Tradition reflektieren.
NachgesprĂ€ch fĂŒhren:
Nach der Geschichte ist es wertvoll, kurz darĂŒber zu sprechen. Was hat den Kindern besonders gefallen? Was haben sie nicht verstanden? Was denken sie ĂŒber die Handlungen der Charaktere? Dieses GesprĂ€ch vertieft das VerstĂ€ndnis und gibt Dir Einblick in die Gedankenwelt der Kinder. Es ist auch eine Gelegenheit, Werte zu vermitteln, ohne belehrend zu sein - durch Fragen statt Aussagen. Allerdings sollte das GesprĂ€ch nie erzwungen wirken. Wenn Kinder nicht reden möchten, ist das auch in Ordnung.
Tradition und Variation:
Manche Familien lesen jedes Jahr dieselbe Nikolausgeschichte, was eine schöne Tradition sein kann. Die Wiederholung schafft Vertrautheit und KontinuitÀt. Andere bevorzugen jedes Jahr eine neue Geschichte. Beide AnsÀtze haben ihren Wert. Du kannst auch eine Kerngeschichte haben, die jedes Jahr gelesen wird, und diese mit wechselnden Geschichten ergÀnzen. So verbindest Du Tradition mit Abwechslung.
Eigene Nikolaustraditionen entwickeln
Traditionen sind nicht in Stein gemeiĂelt. Jede Familie kann ihre eigenen NikolausbrĂ€uche entwickeln, die zu ihren Werten, ihrer Situation und ihren BedĂŒrfnissen passen. Diese Gestaltungsfreiheit macht die Tradition lebendig und persönlich bedeutsam.
Soziales Engagement integrieren:
Der historische Nikolaus war bekannt fĂŒr seine FĂŒrsorge fĂŒr Arme und BedĂŒrftige. Diese Dimension lĂ€sst sich in moderne Traditionen integrieren. Statt nur Geschenke zu empfangen, können Kinder auch lernen zu geben. Manche Familien packen am Nikolaustag ein Paket fĂŒr eine Organisation, die BedĂŒrftige unterstĂŒtzt. Andere spenden Spielzeug, das sie nicht mehr brauchen. Wieder andere besuchen ein Altersheim. Diese Aktionen verbinden den Nikolaustag mit dem Kernwert der NĂ€chstenliebe und machen ihn zu mehr als einem Tag des Konsums.
Geschichten selbst kreieren:
Statt nur vorhandene Geschichten zu lesen, könnt Ihr eigene Nikolausgeschichten entwickeln. Vielleicht gibt es eine besondere Familienbegebenheit, die sich als Nikolausgeschichte erzÀhlen lÀsst. Oder Ihr erfindet gemeinsam eine Geschichte, in der Familienmitglieder als Charaktere vorkommen. Kinder lieben es, in Geschichten aufzutauchen. Diese selbstgemachten Geschichten werden zu einzigartigem Familiengut, das von Generation zu Generation weitergegeben werden kann.
Kulturelle Verschmelzung:
In multikulturellen Familien können verschiedene Traditionen miteinander verschmolzen werden. Vielleicht kombiniert Ihr den deutschen Nikolausbrauch mit einer Tradition aus einem anderen Land. Diese Synthese ehrt beide kulturellen HintergrĂŒnde und schafft etwas Neues, das die IdentitĂ€t der Familie widerspiegelt. Kinder, die in mehreren Kulturen aufwachsen, profitieren davon, dass beide Teile ihrer Herkunft im Familienleben prĂ€sent sind.
Naturverbundene Rituale:
Der Nikolaustag fĂ€llt in die dunkle Jahreszeit. Manche Familien entwickeln Rituale, die die Natur einbeziehen. Ein gemeinsamer Winterspaziergang, bei dem eine Nikolausgeschichte erzĂ€hlt wird. Das Sammeln von Tannenzweigen, mit denen dann das Haus geschmĂŒckt wird. Das Beobachten der Sterne und das ErzĂ€hlen, dass der Nikolaus einst unter denselben Sternen gewandelt ist. Solche naturverbundenen Rituale erden die Tradition und verbinden sie mit den Zyklen der Jahreszeiten.
Bildung und Lernen einbeziehen:
Der Nikolaustag kann auch ein Tag des Lernens sein. Schaut gemeinsam, wo Myra auf der Karte liegt. Recherchiert ĂŒber das Leben im 4. Jahrhundert. Lernt einige Worte auf TĂŒrkisch, der Sprache des Landes, wo Nikolaus lebte. Bastelt historische GegenstĂ€nde nach - eine BischofsmĂŒtze, einen Hirtenstab. Diese Bildungselemente machen die Tradition greifbarer und fördern Neugier und Wissen.
Musikalische Traditionen:
Es gibt zahlreiche Nikolauslieder in verschiedenen Sprachen. Singt gemeinsam, auch wenn niemand eine perfekte Stimme hat. Musik verbindet und schafft emotionale Erinnerungen. Manche Familien komponieren sogar eigene Nikolauslieder oder schreiben neue Texte zu bekannten Melodien. Diese musikalischen Elemente bereichern die Feier und können zu geschÀtzten Familienritualen werden.
FlexibilitÀt und Anpassung:
Traditionen dĂŒrfen sich entwickeln. Was funktioniert, wenn Kinder klein sind, passt vielleicht nicht mehr, wenn sie Ă€lter werden. Sei bereit, BrĂ€uche anzupassen oder neue zu entwickeln. Teenager mögen vielleicht keine Geschenke im Stiefel mehr, aber schĂ€tzen ein spezielles Nikolausessen oder die Erlaubnis, den Abend mit Freunden zu verbringen. Tradition bedeutet nicht Starrheit, sondern lebendige Weitergabe von Werten in Formen, die zur aktuellen Lebenssituation passen.
Dokumentation fĂŒr die Zukunft:
Halte Eure Nikolaustraditionen fest - durch Fotos, Videos oder schriftliche Aufzeichnungen. Schreibe auf, welche Geschichten Ihr lest, was Ihr kocht, welche Lieder Ihr singt. Diese Dokumentation wird in Jahren wertvoll sein, wenn Kinder erwachsen sind und vielleicht selbst Familien haben. Sie können dann auf diese Aufzeichnungen zurĂŒckgreifen und entscheiden, was sie ĂŒbernehmen möchten und was sie anders machen wollen. So wird Tradition bewusst weitergegeben statt unbewusst verloren zu gehen.