Die Weihnachtsgeschichte
Kategorie: Die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel Lukas 2,1-20
Die Weihnachtsgeschichte
Jesu Stammbaum
Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams.
Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Juda und seine Brüder. Juda zeugte Perez und Serah von Thamar. Perez zeugte Hezron. Hezron zeugte Ram. Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nahesson. Nahesson zeugte Salma. Salma zeugte Boas von der Rahab. Boas zeugte Obed von der Ruth. Obed zeugte Jesse. Jesse zeugte den König David. Der König David zeugte Salomo von dem Weib des Uria. Salomo zeugte Rehabeam. Rehabeam zeugte Abia. Abia zeugte Asa. Asa zeugte Josaphat. Josaphat zeugte Joram. Joram zeugte Usia. Usia zeugte Jotham. Jotham zeugte Ahas. Ahas zeugte Hiskia. Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Amon. Amon zeugte Josia. Josia zeugte Jechonja und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jechonja Sealthiel. Sealthiel zeugte Serubabel. Serubabel zeugte Abiud. Abiud zeugte Eliakim. Eliakim zeugte Asor. Asor zeugte Zadok. Zadok zeugte Achim. Achim zeugte Eliud. Eliud zeugte Eleasar. Eleasar zeugte Matthan. Matthan zeugte Jakob. Jakob zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Jesus, der da heißt Christus. Alle Glieder von Abraham bis auf David sind vierzehn Glieder. Von David bis auf die Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Vonder babylonischen Gefangenschaft bis auf Christus sind vierzehn Glieder.
Jesu Geburt
Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertraut war, fand sich's ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. (Lukas Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: "Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen", das ist verdolmetscht: Gott mit uns. Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm des HERRN Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich. Und er erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar; und hieß seinen Namen Jesus. Autor: Matthäus 1,1-25 (Lutherbibel von 1912)
- Ausführliche Interpretation der Geschichte
- Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
- Ist die Geschichte zeitgemäß?
- Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
- Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
- Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
- Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Ausführliche Interpretation der Geschichte
Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus beginnt nicht im Stall, sondern mit einem Stammbaum. Das ist weit mehr als eine bloße Aneinanderreihung von Namen. Dieser Stammbaum ist ein theologisches Manifest. Er verankert Jesus fest in der Geschichte des Volkes Israel und zeigt, dass er der verheißene Nachkomme Abrahams und Davids ist. Spannend ist, dass Matthäus bewusst vier Frauen neben Maria nennt: Tamar, Rahab, Ruth und die Frau des Uria (Bathseba). Alle vier haben ungewöhnliche, teils skandalöse Geschichten und stammen teilweise aus anderen Völkern. Das deutet bereits an, dass Gottes Heilsplan nicht nur für ein reines, perfektes Volk gedacht ist, sondern für alle Menschen, die an ihn glauben – eine revolutionäre Botschaft.
Die eigentliche Geburtserzählung konzentriert sich dann ganz auf Joseph. Während Maria oft im Mittelpunkt steht, zeigt Matthäus die Krise und Berufung des Mannes. Joseph, ein "frommer" Mann, steht vor einem schier unlösbaren Konflikt zwischen Gesetz und Barmherzigkeit. Sein stiller Entschluss, Maria heimlich zu entlassen, wird durch den Engel im Traum überwunden. Dieser Traum ist der Dreh- und Angelpunkt: Hier wird Joseph die wahre, göttliche Identität des Kindes offenbart – es ist vom Heiligen Geist, es wird sein Volk von den Sünden retten, und es ist die Erfüllung der uralten Prophezeiung von Immanuel, "Gott mit uns". Josephs Gehorsam, sein Vertrauen in diese übernatürliche Botschaft, macht ihn zum ersten Jünger des Neuen Bundes. Die Geschichte endet mit seinem Handeln: Er nimmt Maria zu sich, wahrt aber ihre Jungfräulichkeit bis zur Geburt. Sie ist eine Erzählung von Erfüllung, Treue und dem unerwarteten Einbruch des Göttlichen in die menschliche Normalität.
Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
Die Erzählung erzeugt eine sehr besondere, zweigeteilte Stimmung. Der Anfang mit der langen Genealogie wirkt feierlich, fast monumental und historisch fundiert. Es ist die Stimmung einer ernsten Geschichtsaufzeichnung, die Würde und Bedeutung vermitteln will. Dann wechselt die Atmosphäre abrupt in das Private, Intime und zugleich Dramatische der persönlichen Krise Josephs. Hier herrschen Verwirrung, Zweifel und die Sorge um die Ehre der Braut vor. Der Auftritt des Engels bringt eine überirdische, friedvolle und zugleich autoritative Stimmung in den Traum. Die abschließenden Verse strahlen dann Ruhe, Entschlossenheit und gehorsamen Glauben aus. Insgesamt ist es weniger eine gefühlvolle, besinnliche Weihnachtsstimmung, sondern eher eine nachdenkliche, theologische und von göttlicher Führung geprägte Atmosphäre.
Ist die Geschichte zeitgemäß?
Absolut. Die Fragen, die diese Geschichte aufwirft, sind heute so relevant wie vor 2000 Jahren. Sie handelt von einem ungeplanten Schwangerschaftskonflikt und der gesellschaftlichen Stigmatisierung, die damit einhergeht. Sie zeigt, wie ein Mann mit einer Situation umgeht, die er sich nicht ausgesucht hat und die seine gesamte Lebensplanung über den Haufen wirft – ein Thema, das viele Menschen in Beziehungen kennen. Die Geschichte thematisiert tiefes Vertrauen in etwas, das man nicht sehen oder beweisen kann, in einer Welt, die oft nur das Materielle und Logische gelten lässt. Sie erzählt von der Suche nach der eigenen Berufung und dem Mut, gesellschaftliche Erwartungen zu überwinden, um das Richtige zu tun. Der Gedanke von "Immanuel", dass Gott mitten in unseren Wirren und Ängste gegenwärtig sein will, ist eine zeitlose Hoffnungsbotschaft in einer oft als gottlos empfundenen Welt.
Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
Sprachlich ist der Text aufgrund der verwendeten Lutherbibel von 1912 als anspruchsvoll einzustufen. Der Satzbau ist komplex und altertümlich ("fand sich's ehe er sie heimholte", "gedachte aber, sie heimlich zu verlassen"). Der Wortschatz enthält viele Begriffe, die heute nicht mehr geläufig sind ("vertraut sein" für verlobt, "heimholen", "erkennen" im ehelichen Sinn). Zudem stellt der lange Stammbaum mit seinen vielen unbekannten Namen eine Hürde dar, die das Verständnis für Ungeübte erschweren kann. Der inhaltlich-theologische Gehalt, besonders die Verknüpfung mit dem Propheten Jesaja, setzt ein gewisses Grundwissen oder Erklärungsbereitschaft voraus.
Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
Diese Fassung der Weihnachtsgeschichte eignet sich hervorragend für besinnliche und lehrreiche Anlässe in der Advents- und Weihnachtszeit. Ideal ist sie für den Gottesdienst, besonders für eine Christvesper oder die Christmette, wo der theologische Tiefgang im Vordergrund steht. Sie passt perfekt in den Religionsunterricht oder in Bibelkreise, um über die Bedeutung der Menschwerdung, die Rolle Josephs oder die Erfüllung alttestamentlicher Verheißungen zu diskutieren. Auch für ein persönliches Bibelstudium zu Hause in der stillen Adventszeit bietet sie reichhaltigen Stoff. Für rein unterhaltsame Weihnachtsfeiern mit Kindern ist sie weniger geeignet.
Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
Die Geschichte in dieser sprachlichen Form ist primär für Jugendliche ab etwa 14 Jahren und Erwachsene geeignet. Erst in diesem Alter können die sprachlichen Hürden überwunden und die komplexen Themen – wie der Konflikt zwischen Gesetz und Gnade, die prophetische Dimension und die soziale Krise Josephs – wirklich verstanden und reflektiert werden. Für jüngere Kinder ist der Text zu sperrig und die Handlung zu wenig bildhaft und emotional erzählt. Mit entsprechenden Erklärungen und einer modernisierten Sprache kann der Inhalt aber auch schon älteren Grundschulkindern nahegebracht werden.
Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Diese spezielle Bibelstelle eignet sich weniger für Menschen, die eine kurze, gefühlvolle und leicht verständliche Weihnachtserzählung suchen, wie sie etwa aus Lukas-Evangelium mit Hirten und Engeln bekannt ist. Sie ist nicht ideal für kleine Kinder aufgrund der schwierigen Sprache und der abstrakten Anfangspassage. Auch für einen schnellen, unterhaltsamen Vortrag auf einer Weihnachtsfeier, bei der die Zuhörer keine Vorkenntnisse mitbringen, ist der Text zu fordernd. Wer ausschließlich an der idyllischen Krippenszene interessiert ist, wird hier nicht fündig, denn Matthäus berichtet direkt von der Geburt und geht dann weiter zur Geschichte der Weisen aus dem Morgenland.